Stuttgart. Zur jüngsten Majestätsbeleidigung kam es ausgerechnet während der Verleihung des Ferry-Porsche-Preises. Bei der Ehrung für vorbildliche Abiturienten holte der Sportwagenbauer vergangenes Wochenende einen Vorjahressieger auf die Bühne, der ein Porsche-Praktikum in China absolviert hatte. Und dann sagte er es. Der Autobauer sei in dem Riesenreich, seinem größten Wachstumsmarkt, ja praktisch nur für seine Geländewagen bekannt und der Klassiker 911 eher so ein Nebenprodukt. Es folgte die berühmte Sekunde zu langes Schweigen. Wer Porsches Befindlichkeiten kennt, weiß, dass diese Aussage - egal ob nun wahr oder falsch - an den Grundfesten rüttelt.
Nun ist es aber ganz objektiv mit Blick auf den Absatz so, dass der 911 immer unbedeutender wird. Nur jeder sechste ausgelieferte Porsche war 2011 noch ein 911. Jeder zweite war dagegen ein Cayenne, also die Geländelimousine (SUV). Porsche wird aber nicht müde, die Bedeutung des 911 als lebendigen Vater allen Erfolges zu lobpreisen.
Porsche-Marketingvorstand Bernhard Maier sagte jüngst: «Der 911 ist die Ikone und das Rückgrat der Marke. Kein Produkt verkörpert so unmittelbar den Markenkern wie der 911.» Basta. Und es ist ja auch unbestritten so. Den 911er gibt es mittlerweile in der siebten Generation. Tempo 0 auf 100 in 4,5 Sekunden. Das ist Porsche.