In der internationalen Zulieferindustrie rechnen Experten nach einer Flaute nun wieder mit mehr Fusionen und Übernahmen, weil verstärkt Unternehmen angeboten werden. Vom Krisenjahr 2009, in dem weltweit laut Unternehmensberatung M & A International 203 Übernahmen stattfanden, erholt sich der Markt zunehmend. Für 2010 zählten die Experten bereits wieder 341 Übernahmen bei Zulieferbetrieben, im vergangenen Jahr waren es deren 360. M & A International rechnet für das laufende Jahr denn auch mit einer weiter wachsenden Zahl an Zukäufen. Axel Gollnick, geschäftsführender Gesellschafter von M & A International, erwartet, dass in den nächsten zwei Jahren eine ganze Reihe von Zulieferern aus dem Portfolio von Finanzinvestoren zum Verkauf angeboten wird. Zwar seien jene Unternehmen, die in der Krise in die Insolvenz gingen, inzwischen verkauft oder abgewickelt.
Aber in der Krise hätten viele Finanzinvestoren den geplanten Ausstieg verschoben – entweder weil keine guten Verkaufspreise zu erzielen waren, oder weil die Unternehmen sich vor einem Verkauf erst einmal von den Krisenfolgen erholen mussten. Jeder fünfte von 800 europäischen Zulieferern ist einer Untersuchung zufolge derzeit in der Hand von Finanzinvestoren. Zudem dürfte Kapitalbedarf auch gesunde Unternehmen an den M & A-Markt treiben, wie Siegfried Frick, Leiter Automobilzulieferer bei der Unternehmensberatung Deloitte Deutschland, erklärt: „Vor der Krise befand sich unglaublich viel Verschuldung im System. Das ändert sich nun allmählich. Reduzierte Verschuldung und weiter steigender Investitionsbedarf geben nicht selten den Anlass, über einen Verkauf oder die Hereinnahme von Minderheitsinvestoren nachzudenken.“ Zudem werden die Basel- III-Vorschriften – ein Regelwerk zur Stabilisierung des Bankensektors – die Finanzierung für Zulieferer weiter erschweren, so Frick. Als Käufer sieht man bei M & A International vor allem strategische Investoren, die sich durch Übernahmen verstärken wollen. Finanzinvestoren seien zwar auch wieder aktiv. Die aber hätten „in der Krise viel Geld verloren und sind vorsichtiger geworden“.Der durch spektakuläre Übernahmen entstandene Eindruck, chinesische Unternehmen kauften zuhauf deutsche Zulieferer, ist nach Überzeugung der Experten falsch. Frick betont: „Chinesische und indische Unternehmen werden bei der Konsolidierung in Europa eine Rolle spielen. Ausverkaufsängste sind aber unbegründet.“ Gollnick ergänzt, chinesische Unternehmen seien seit der Krise als Käufer deutlich aktiver geworden, aber gemessen an der Gesamtzahl der Transaktionen seien sie immer noch „relativ unbedeutend“. Zudem handle es sich hier nicht um eine Einbahnstraße. Gerade seit der Krise verstärkten sich auch deutsche Zulieferer global durch Zukäufe in Asien. Das zunehmende Interesse an Unternehmen lässt die Preise steigen. Laut M & A International und Deloitte wird im Schnitt das etwa 0,6- bis 0,7-Fache des Umsatzes beziehungsweise das 4,5-Fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gezahlt. Allerdings, so Gollnick, seien die Abweichungen davon sehr groß, je nachdem ob Unternehmen einfache Produkte oder Hochtechnologie liefern.Kein Zulieferer-Ausverkauf nach China
In der internationalen Zulieferindustrie rechnen Experten nach einer Flaute nun wieder mit mehr Fusionen und Übernahmen, weil verstärkt Unternehmen angeboten werden. Vom Krisenjahr 2009, in dem weltweit laut Unternehmensberatung M & A International 203 Übernahmen stattfanden, erholt sich der Markt zunehmend. Für 2010 zählten die Experten bereits wieder 341 Übernahmen bei Zulieferbetrieben, im vergangenen Jahr waren es deren 360. M & A International rechnet für das laufende Jahr denn auch mit einer weiter wachsenden Zahl an Zukäufen.