Bals/Rumänien. Mit dem Produktionsstart des Ford B-Max im rumänischen Craiova im Juni hat auch ein neues Werk der International Automotive Components (IAC) Group im benachbarten Bals die Arbeit aufgenommen. Der US-Interieurspezialist liefert für den neuen Minivan neben der Instrumententafel auch die Mittelkonsole, Türverkleidungen sowie den Dachhimmel. Rund 30 Millionen Euro hat IAC in den Standort investiert. Dieser dürfte allerdings auf absehbare Zeit die letzte Kapazitätserweiterung in Europa darstellen. „Dieser Markt ist ohnehin überbesetzt“, sagte IAC-Chef James Kamsickas der Automobilwoche. Er erwartet deshalb, anders als in den USA, bei den europäischen Innenraumlieferanten eine weitere Konsolidierung. Einer Ausweitung des Portfolios in Richtung Elektronik oder Sitzanlagen erteilte er „auf überschaubare Zukunft“ eine Absage. Ausflüge weg von der Kernkompetenz endeten häufig „im Desaster“, wie viele Beispiele der Vergangenheit gezeigt hätten. „IAC ist und bleibt auf harzbasierte Produkte im Innenraum spezialisiert.“
Stattdessen widmet der Zulieferer künftig der Entwicklung neuer Verfahren größere Aufmerksamkeit. So kommt nach einer Entwicklungszeit von fast sechs Jahren in Bals erstmals die patentierte FastKast-Technologie zum Einsatz. Sie verbindet thermoplastische Polyolefine und Polyvinylchlorid- Kunststoffe zu einer Oberfläche der Güteklasse A. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Produktionsprozess sollen Kosten, Gewicht und Energieverbrauch geringer ausfallen. Die dafür erforderliche Produktionsanlage wurde ebenfalls selbst konstruiert. Sie wird darüber hinaus ausschließlich im eigenen Haus hergestellt, damit „das Knowhow in jedem Fall im Haus bleibt“, wie Helmut Bergers, Director Advanced Engineering, erläutert. Nach und nach werden weltweit alle 76 Fertigungsstätten das Verfahren nutzen.Außerdem soll unter Bergers Leitung eine innerbetriebliche Akademie entstehen, die Nachwuchsingenieuren anwendungsnahes Wissen vermittelt. Obwohl das Werk dem Vernehmen nach praktisch reibungslos angelaufen ist, ist die Freude in Bals nicht ganz ungetrübt: Derzeit wird die Produktionsfläche nur zur Hälfte genutzt, weil der neue Ford Transit Connect entgegen ursprünglicher Pläne von Ford nicht in Craiova, sondern in Valencia vom Band läuft. Damit hat auch IAC dieses Geschäft verloren. Ob das Unternehmen dafür den Zuschlag für das zweite, derzeit noch nicht näher bezeichnete B-Segment-Modell von Ford aus Craiova erhalten hat, war nicht zu erfahren. Zum aktuellen Geschäftsverlauf und Plan für das kommende Jahr wollte sich Kamsickas auch auf Nachfrage nicht äußern. Die IAC Group ging 2006 im Wesentlichen aus einem von Wilbur Ross geführten Merger hervor. Dieser umfasste den insolventen europäischen Teil von US-Zulieferer Collins & Aikman sowie den Interieurbereich von Lear. Seitdem kamen mehr als 50 Unternehmen dazu.IAC startet in Rumänien
Mit dem Produktionsstart des Ford B-Max im rumänischen Craiova im Juni hat auch ein neues Werk der International Automotive Components (IAC) Group im benachbarten Bals die Arbeit aufgenommen. Der US-Interieurspezialist liefert für den neuen Minivan neben der Instrumententafel auch die Mittelkonsole, Türverkleidungen sowie den Dachhimmel.