München. Mit RFID-Transpondern, sogenannten Tags, und dem Austausch der auf ihnen gespeicherten Daten wird die Lieferkette transparenter, stabiler und an vielen Stellen auch effizienter. Das zeichnet sich einige Monate vor dem offiziellen Abschluss des Projekts RAN („RFID-based Automotive Network“) ab. „Bereits über 1000 interne Stoßfänger- Paletten getaggt“ oder „Keiper an Opel: Leseergebnisse erfolgreich über Infobroker ausgetauscht“ – so lauten aktuelle Erfolgsmeldungen aus den Anwendungsfällen des Gemeinschaftsprojekts von rund 20 Autoherstellern, Zulieferern, Logistikund IT-Dienstleistern und wissenschaftlichen Instituten. Stets möchte man per Knopfdruck erfahren: Welche Teile, Module oder fertige Fahrzeuge befinden sich wo und in welchem Zustand?
Zunächst lag beim 2010 begonnenen Technologie- und Standardisierungsprojekt ein Schwerpunkt auf Anpassung der RFIDTechnik an den Einsatz in der Autoindustrie. Später rückten Auswertung und Austausch der auf den Tags gespeicherten Daten in den Vordergrund, wie Horst Neumann, Prokurist des in sechs der sieben Anwendungsfälle aktiven ITDienstleisters Euro-Log, erläutert. Zentrales Element ist der von den RAN-Beteiligten definierte, standardisierte Infobroker. Diese IT-Infrastruktur vernetzt die sogenannten Repositories, in denen die Unternehmen die aus den RFID-Tags gewonnenen Daten speichern. Ergänzt werden Informationen aus weiteren Produktionsmanagementsystemen. Zudem stellt der Infobroker sicher, dass nur die für die Lieferkette relevanten Informationen weitergeben werden, etwa die Fertigstellung eines Fahrzeugs, nicht aber unternehmensinterne Daten. In einem Anwendungsfall mit BLG Logistics, Daimler und Opel kombiniert Euro-Log etwa RFIDDaten, Barcode-Informationen und Daten aus der Unternehmensressourcenplanung (ERP).So werden die per RFID georteten Fahrzeuge, die zur Distribution bereitstehen, mit relevanten Daten aus dem ERP-System, Daten aus dem elektronischen Austausch (EDI) des Logistikdienstleisters und weiteren RFID-Ortungsinformationen verknüpft. So kann der Händler den Kunden exakt über den Liefertermin informieren. Und der Autohersteller erfährt sofort, wenn das Fahrzeug beim Händler ankommt und fakturiert werden kann. Bei Mercedes- Benz wird die gesamte Lieferkette von der Nacharbeitsstation im US-Werk in Tuscaloosa über den Seeweg und den BLG-Terminal in Bremerhaven bis zum Händler einbezogen. Bei BMW wird im Rahmen des RAN-Projekts das Behältermanagement optimiert, sodass jederzeit klar ist, wie viele Behälter sich bei den einbezogenen Partnern DHL, Bosch und Rehau befinden.Über RFID-Tags werden die Behälter beim Durchlauf an bestimmten Stellen der Lieferkette automatisch erfasst. In Richtung Werkstatt und Endkunde erweitert ein RANTest bei Opel die Perspektive. Dort bleibt ein RFID-Tag dauerhaft am Fahrzeug und speichert wichtige Informationen aus dem Produktionsprozess, die später von Werkstätten genutzt werden könnten, um etwa trotz der Vielzahl an Fahrzeugvarianten schnell zu erkennen, welches Ersatzteil erforderlich ist. Bei dieser Zukunftsvision, erläutert Euro-Log-Manager Neumann, würde man wohl die Daten aufteilen: Einige würden sich auf dem RFID-Tag befinden, andere in Datenbanken, in denen die Werkstatt mithilfe der Informationen auf dem RFID-Tag exakt das konkrete Fahrzeug identifizieren könnte.Infobroker bringt Licht in die Lieferkette
Mit RFID-Transpondern, sogenannten Tags, und dem Austausch der auf ihnen gespeicherten Daten wird die Lieferkette transparenter, stabiler und an vielen Stellen auch effizienter. Das zeichnet sich einige Monate vor dem offiziellen Abschluss des Projekts RAN („RFID-based Automotive Network“) ab.