Frankfurt/Main. Der VW-Konzern will die Produktivität seiner Fahrzeugwerke weltweit steigern und für den Bau neuer Pkw-Modelle die Flexibilität der Fabriken rasch erhöhen. "Wir sind intensiv dabei, an allen Standorten die Arbeitsabläufe zu analysieren, um die Optimierungspotenziale zügig heben zu können", sagte Jochem Heizmann, seit Februar dieses Jahres im VW-Konzernvorstand verantwortlich für das Ressort Produktion, im Interview mit Automobilwoche.
Heizmann, der zum 1. Oktober zusätzlich die Leitung der Fahrzeugproduktion und Logistik bei der Marke Volkswagen Pkw übernimmt, setzt in seinen Trimm-Programmen für die VW-Werke verstärkt auf das Konzept "Best of Benchmarking". Dabei sollen etwa detaillierte Vergleiche rund um Kennzahlen wie "Aufwand in der Vormontage" oder "Zeitbedarf im Presswerk" Hinweise auf womöglich ungenutzte Ressourcen liefern. Das Benchmarking lässt Heizmann intern durchführen, etwa mit VW-Tochtermarken wie Seat und Skoda, "und darüber hinaus gezielt mit externen Wettbewerbern".
Von zentraler Bedeutung bei der Optimierung der VW-Fertigung sind mit "EHPV" und "First Run" zudem zwei Messgrößen, die Heizmann bereits in seiner früheren Tätigkeit als Audi-Produktionschef erfolgreich eingesetzt hat. Bei der Betrachtung von "Engineering Hours Per Vehicle" (EHPV) wird die konstruktiv bedingte Fertigungszeit von Autos untersucht. Unabhängig von den verschiedenen Montageprozessen steht etwa der "Bedarf für Verbindungstechnik" von Karosserieteilen im Fokus.