Frankfurt/Main. Der US-Konzern Ford will mit dem Kauf des Automobilwerkes im rumänischen Craiova seine Position in Europa deutlich stärken. Die Fabrik im Südwesten des osteuropäischen Landes solle ein Eckpfeiler der europäischen Produktion werden, sagte Ford-Europachef John Fleming am Mittwoch bei der Unterzeichnung des Vertrages in Frankfurt. Er betonte zugleich, dass in anderen Werken - wie Köln - keine Kapazitäten abgebaut werden sollten. Langfristig sollen in der rumänischen Fabrik 300.000 Autos und Motoren pro Jahr hergestellt werden. Der rumänische Ministerpräsident Calin Popescu-Tariceanu sagte auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA): "Rumänien hat die Chance, das bedeutendste Autoland in Europa zu werden."
Die rumänische Regierung hatte am Dienstag den Vertrag und ein Sondergesetz gebilligt, das Ford ermöglicht, für 57 Millionen Euro 72,4 Prozent des Werkes in Craiova zu übernehmen. Die Fabrik gehörte lange mehrheitlich dem südkoreanischen Autobauer Daewoo, im vorigen Jahr hatte sie der rumänische Staat zurückgekauft. Das Gesetz für die jetzige Übernahme müsste noch das rumänische Parlament billigen. Mit einer Entscheidung wird in den nächsten Wochen gerechnet.