Prag. Der weltweit größte Autozulieferer Robert Bosch rechnet in Russland weiter mit zweistelligen Wachstumsraten. Bosch-Russland-Chef Walter Schöpf rechnet vor allem mit neuen Aufträgen von russischen Herstellern. Größter Kunde sei AvtoVAZ, zweitgrößter der Lkw-Hersteller Kamaz, erläuterte Schöpf am Rande des Automotive News Europe-Kongresses in Prag.
Schöpf, der seit zwei Jahren die Bosch-Geschäfte in Russland leitet, erwartet, dass sein Unternehmen langfristig auch von der Welle von Neuansiedlungen internationaler Autohersteller in Russland profitieren wird. Allerdings gibt es aus seiner Sicht zwei Gründe, warum dies noch etwas dauern wird. Zum einen benötigten die Hersteller Zeit für die Entwicklung von Kapazitäten. "Es ist teurer, 10.000 oder 20.000 Einheiten in Russland zu produzieren, als sie zu importieren", so Schöpf. Zum anderen könnten bereits präsente Hersteller wie etwa Toyota in St. Petersburg Teile importieren und müssen darauf nur geringe oder sogar keine Zölle zahlen, solange innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren mindestens 30 Prozent der Wertschöpfung von lokalen Zulieferern geleistet wird. Dies sei der Grund, warum sich Bosch zurzeit vor allem auf die russischen Hersteller konzentriere.