Porto Cervo. Der Ford Mondeo galt bisher als der typische Vertreter der automobilen Mittelklasse. Auch das neue Modell, das ab dem 16. Juni zu Preisen ab 21.990 Euro beim Händler steht, hat laut Ford-Chefentwickler Jens Ludmann "den Opel Vectra und den VW Passat als Hauptkonkurrenten" im Visier. Jürgen Stackmann, Geschäftsführer Marketing und Verkauf, schielt dagegen eine Klasse höher: "Immerhin bekommt der Kunde bei uns ein Auto mit den Maßen des Fünfer-BMW zum Mittelklasse-Preis", erklärte Stackmann bei der Präsentation des neuen Modells auf Sardinien. Vor allem beim für das Innenraumangebot maßgeblichen Radstand reicht der Rheinländer dicht an den Bayern heran. Den Hauptkonkurrenten Passat übertrifft der Mondeo hier sogar um satte 14 Zentimeter - ein Vorteil der großzügig dimensionierten Konzernplattform, auf der neben dem Ford S-Max und dem Galaxy auch die Volvo-Modelle S80 und V70 basieren. Vor allem die sehr erfolgreichen Ford-Schwestermodelle S-Max und Galaxy sind auch dafür verantwortlich, dass die Verkaufsprognosen für Deutschland eher verhalten ausfallen. "Im ersten vollen Verkaufsjahr können wir zwischen 35.000 und 40.000 Einheiten erreichen", prognostiziert Stackmann. Das würde gegenüber 2006 einen Zuwachs um rund ein Viertel bedeuten - da wurden die beiden Vans bereits verkauft, und den meisten Mondeo-Kunden war bewusst, dass ein Nachfolger vor der Tür steht. Gegenüber 2005 beträgt das prognostizierte Plus gerade einmal sechs Prozent.
Seitenblick auf BMW & Co.
Künftige Mondeo-Fahrer bekommen schon in der günstigsten Version nicht nur reichlich Platz, sondern auch eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, vier elektrische Fensterheber, ein Multifunktionslenkrad und sieben Airbags. Diese Ausstattungslinie heißt Trend und soll von 46 Prozent der Mondeo-Käufer geordert werden. Der typische Mondeo-Kunde wurde von Marketingchef Stackmann "Paul" getauft, ist "Familienvater mit zwei Kindern und durchschnittlichem Einkommen". Immerhin 27.525 Euro soll Paul aber dann doch berappen. So viel kostet die von den Marketingstrategen auserkorene Topseller-Variante, der Mondeo Turnier Trend mit dem 130 PS starken Dieselmotor. Dieser kann nun auch gegen einen Aufpreis von 2000 Euro mit einer Sechsstufenautomatik gekoppelt werden.
Unterhalb des Trend wird die Ambiente-Version angeboten, die jedoch mindestens 22.500 Euro kostet, da sie nur als Turnier zu haben ist. Diese Variante hat Stackmann vor allem "für gewerbliche Nutzer mit hohem Platzbedarf" vorgesehen. Für Kunden, die sich einen Mondeo mit besonders hoher Leistung wünschen, steht der bekannte Fünfzylinder-Turbo-Benziner mit 220 PS für mindestens 28.100 Euro in der Preisliste. Sowohl bei den Benzinern als auch bei den Dieseln wird es bald Nachschlag geben. So soll bereits zum Jahresende ein 170-PS-Selbstzünder aus der Kooperation mit PSA im Mondeo angeboten werden. Zudem hält Stackmann eine ST-Version "nicht für völlig ausgeschlossen".