München. "Unter den Werkstattkonzepten in Deutschland herrscht ein harter Verdrängungswettbewerb", sagt Eckhard Brandenburg, Aftermarket-Experte der Unternehmensberatung BBE. Um weitere Konzeptpartner zu gewinnen, jagen sich die Systeme bereits gegenseitig Betriebe ab. "Jedem ist bewusst, dass bald einige Konzepte vom Markt verschwinden werden. Die ganze Branche erwartet einen Aderlass, aber keiner will davon betroffen sein", sagt Thilo Brocksch, Marketing- und Vertriebsleiter der Werkstattsysteme der Carat-Gruppe. Für die Konzeptanbieter wird es zunehmend schwieriger, hierzulande ihr Netz weiter auszubauen. Deshalb binden sie immer häufiger einen neuen Markt in ihre Expansionspläne ein: die Länder Mittel- und Osteuropas. Sie fehlen in keinem Strategiepapier der großen Systemzentralen.
Polen, Tschechien und die Slowakei, Mitglieder der Europäischen Union seit 2004, haben die Konzepte schon länger für sich entdeckt. Autofit, das Full-Service-System der Teilehandelskooperation Temot, eröffnete Ende 2005 eine erste slowakische Filiale, Anfang 2006 ging man nach Tschechien. Temot hat Autofit von Beginn an als paneuropäisches System konzipiert. Von den rund 1700 Autofit-Betrieben befinden sich bereits mehr als 700 außerhalb Deutschlands.