Hannover. In deutschen Hörsälen bereiten sich angehende Akademiker oft nur unzureichend auf neue Globalisierungstrends in der Arbeitswelt vor. Und immer weniger Studierende erweitern ihren beruflichen Horizont durch Auslands-Praktika und Semester jenseits der Landesgrenzen. Dies sind zentrale Ergebnisse der "4. Studentenumfrage", die der Hannoveraner Autozulieferer Continental in Kooperation mit der TU Darmstadt jüngst durchführen ließ.
Meinungsforscher von TNS Infratest hatten für Continental Anfang dieses Jahres zum vierten Mal seit 2003 repräsentativ rund 1000 Studenten zu Themen wie persönliche Qualifizierung und Einschätzung der Hochschulreformen befragt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Erhebung stand der Komplex "Globalisierung".
Ein über fast alle Einzelfragen hinweg gültiger Befund lässt die Alarmglocken in den Personalbüros weltweit agierender Unternehmen wie VW, Bosch - und Continental - heftig schrillen: "Berufsnahe Kompetenzen wie Projektmanagement, Teamfähigkeiten und Führungsqualität erwirbt nur eine deutliche Minderheit", heißt es so knapp wie ernüchternd in der aktuellen TNS-Analyse.
"Wir betrachten Teile der Umfrageergebnisse mit gewisser Sorge, denn sie vermitteln den Eindruck, dass die Absolventen die Dimension der Globalisierung und die eigene Betroffenheit noch immer unterschätzten", sagt Heinz-Gerhard Wente, seit Mai Personalvorstand des Continental-Konzerns. "Die Studenten sind sich zwar durchaus der steigenden Anforderungen nach mehr internationalen Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst, sie fordern deren Vermittlung folgerichtig auch von den Universitäten - ihr eigenes Verhalten spiegelt dies aber nicht wider."