München. Inchcape, der drittgrößte Autohändler Europas, sieht seine Zukunft im Osten, etwa in den schnell wachsenden Märkten Russland und China. Die britische Gruppe investierte im Juni rund 90 Millionen Euro in Lettland und kaufte Baltic Motors und BM Auto. Das deutet darauf hin, dass man das Land als Basis für die weitere Expansion in den baltischen Staaten nutzen will.
In China eröffnete Inchcape einen großen Toyota-Betrieb. Toyota und Lexus sind die Hauptmarken der Gruppe. Nach Angaben der Unternehmensberatung Autobiz ist Toyota hinter der US-Fondsgesellschaft Fidelity International (sieben Prozent) mit einem Anteil von 5,27 Prozent auch der zweitgrößte Anteilseigner Inchcapes.
Im Dezember akquirierte das Unternehmen in Großbritannien für 263 Millionen Pfund (388 Millionen Euro) die Kette European Motor Holdings. Drei Monate später verkaufte Inchcape für geschätzte 300 Millionen Pfund 47 Betriebe. Insgesamt verfügt das Unternehmen nun über eine "Kriegskasse" von 1,2 Milliarden Euro für weitere Akquisitionen auf Wachstumsmärkten.
Die Hälfte des Umsatzes, aber 75 Prozent des operativen Gewinns, generiert Inchcape als Importeur von Fahrzeugen. Wichtigste Märkte sind hier Australien, Belgien, Griechenland, Singapur und Hongkong. Die andere Hälfte des Umsatzes, aber nur 25 Prozent des operativen Gewinns, kommt aus dem Verkauf von Fahrzeugen - vor allem in Großbritannien, dem nach Deutschland zweitgrößten Automarkt in Europa. Zu den vertriebenen Marken gehören neben Toyota/Lexus auch Audi/ Volkswagen, BMW/Mini, Honda, Mercedes-Benz und Volvo.