München. Die Werbekampagne der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast für den Toyota Prius ("Leute, kauft mehr Toyota") verursachte offenbar keinen großen Ansturm auf das Modell. Toyota-Händlerverbandsvorsitzender Burkhard Weller registriert zwar "eine gestiegene Nachfrage, doch die niedrige Marge von rund sechs Prozent macht das Auto für viele Verkäufer unattraktiv." Der Importeur hat darauf reagiert - auch vor dem Hintergrund, dass in den ersten zwei Monaten 2007 der Absatz des Hybrid-Japaners um 18,8 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums blieb.
Toyota Deutschland greift den Händlern nun bei der Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme unter die Arme. Weller betont, dass es keine Tageszulassungs-Prämien gäbe. Die Autos, die zugelassen werden, seien "echte Verkäufe". Mit insgesamt 328 Zulassungen im Januar und Februar lag der Prius-Absatz auf dem Niveau des Chevrolet Nubira und noch unter dem des VW Beetle. Als Verkaufsziel hatte sich Toyota für dieses Jahr 5000 Fahrzeuge vorgenommen, im vergangenen Jahr wurden 3039 Prius verkauft. Doch die Verkaufsförderung durch den Importeur zeigt bereits Wirkung: In der ersten Märzhälfte hat sich der Absatz laut Weller im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent gesteigert. Dennoch will Toyota "das Kontingent für Deutschland nicht erhöhen", sagte ein Unternehmenssprecher. Lieferfristen für den Prius gibt es nach wie vor keine.
Auch der verbrauchsarme VW Polo BlueMotion findet nicht gerade reißenden Absatz. Als Marketing-Gag hatten die Wolfsburger zum Genfer Autosalon 102 (ein Hinweis auf den CO2-Ausstoß) sparsame Polo statt der üblichen T5-Kleinbusse als Shuttle eingesetzt - der gewünschte Effekt blieb aber aus. Aus Konzernkreisen heißt es, dass die Nachfrage zwar rege, aber nicht stürmisch sei. Seit seiner Markteinführung im vergangenen August konnte VW europaweit rund 2500 Einheiten verkaufen, vorwiegend in Deutschland und den Nachbarländern.
Wolfsburg lässt zwar verlauten, dass die Produktion bis Juli ausverkauft sei. In Anbetracht von rund 22.700 Polo-Verkäufen in Europa allein im Januar ist der BlueMotion-Anteil jedoch eher bescheiden. Dennoch soll der Polo BlueMotion nicht das Schicksal des glücklosen, weil teuren Lupo 3L teilen. Der aufwendig konstruierte Drei-Liter-Lupo musste zusammen mit dem GTI auf einer eigenen Montagelinie gefertigt werden. Der Lupo 3L wurde nach 30.000 verkauften Einheiten eingestellt.