Wolfsburg. Der frühere VW-Topmanager Utz Claassen, derzeit noch Chef des Energieversorgers EnBW, kehrt möglicherweise zu seinem Ex-Arbeitgeber zurück. Automobilwoche erfuhr aus VW-Kreisen, der 44-Jährige habe sich kurz vor der VW-Aufsichtsratssitzung am 6. Juli mit Ferdinand Piech, dem Vorsitzenden des Gremiums, getroffen.
Offenbar wurde diskutiert, Claassen zum Vertriebsvorstand des VW-Konzerns zu machen. Den wichtigen Posten konnte der seit Jahresbeginn amtierende VW-Chef Martin Winterkorn bisher noch nicht besetzen. „Claassen ist ein ausgewiesener Kosten-Profi”, so ein VW-Insider, „wie ihn Winterkorn seit Monaten sucht”.
Bei VW war Claassen bis 1994 Bereichsleiter im Controlling, danach Finanzvorstand der spanischen VW-Tochter Seat. Zugleich soll Detlef Schmidt, wie Claassen Mitglied des EnBW-Vorstands und in früheren Jahren im Management von Seat und Skoda tätig, für die Nachfolge von Stefan Jacoby im Gespräch gewesen sein. Jacoby, VW-Generalbevollmächtigter für Marketing und Vertrieb, wechselt zum 1. September an die Spitze von Volkswagen of America. Eine Einigung mit Claassen und Schmidt konnte – zumindest bisher – jedoch noch nicht erzielt werden: „Beide Herren kommen für diese Positionen nicht in Betracht“, erklärte knapp ein VW-Sprecher auf Anfrage von Automobilwoche.
Jetzt sollen sich Claassen und Schmidt für andere Positionen bei VW bereithalten. Übergangsweise wird Detlef Wittig die Aufgaben von Stefan Jacoby sowie weitere Steuerungsfunktionen im VW-Konzernvertrieb übernehmen. Sein Amt als Chef der Tochtermarke Skoda übergibt der 65-jährige Wittig im Oktober an Reinhard Jung.