Würzburg. "Die Marke Cadillac hat es schwer in Deutschland", meint Harald Heinrich. Und dann bittet der Verkaufsleiter bei Georg von Opel in Würzburg um eine Interviewpause, weil ein Kunde gerade das Autohaus betreten hat. Als er das Gespräch später fortsetzt, hat ein nagelneuer Cadillac CTS den Besitzer gewechselt. "Ich bin ja im Nebenjob auch selbst Verkaufsberater", sagt er fast entschuldigend. Rund 120 Neuwagen der General-Motors-Marken Opel, Chevrolet, Cadillac und Corvette verkauft er selbst pro Jahr.
Doch Umweltdiskussionen, hohe Spritpreise und streikende Privatkunden lassen das Autogeschäft zurzeit unter keinem guten Stern stehen. Umso wichtiger ist es, dass die Verkäufer in den Autohäusern ihren Job beherrschen. Die Realität sieht oft anders aus. "Viele denken, verkaufen kann jeder. Doch dann kennen sie nicht einmal die Grundschritte eines Verkaufsgesprächs", bemängelt Verkaufsleiter Heinrich, der selbst seit 17 Jahren im Autogeschäft aktiv ist. Fehlende Bedarfsanalysen, mangelhafte Beratung und schlechte Preisgespräche tragen mit dazu bei, dass der Verkäuferberuf mit Imageproblemen kämpft. So rangieren Autoverkäufer in einer aktuellen Image-Untersuchung des Magazins Readers Digest unter 20 Berufen auf dem vorletzten Platz. Noch weniger Vertrauen bei den Verbrauchern genießen der repräsentativen Befragung zufolge nur die Politiker.