München. Nach dem Rücktritt von Bernd Gottschalk als Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) verschieben sich die Machtverhältnisse in der wichtigsten deutschen Branchenvertretung. Wie Automobilwoche aus dem Umfeld von Wendelin Wiedeking erfuhr, erwägt der Chef des VW-Großaktionärs Porsche die Rückkehr in den VDA-Vorstand. Seine Mitgliedschaft in dem 18-köpfigen Leitungsgremium hatte Wiedeking aus Verärgerung über Gottschalk beendet, nachdem dieser im Jahr 2000 in das Board of Directors des US-Zulieferers Delphi eingetreten war. Wiedekings Abschied galt VDA-intern vor allem als Zeichen der Solidarität zum Stuttgarter Bosch-Konzern, dessen Topmanager sich – wie die anderer namhafter deutscher Autozulieferer auch – durch Gottschalks Zusatzamt in den Vereinigten Staaten brüskiert fühlten.
„Wiedeking wäre eine große Bereicherung für den VDA-Vorstand“, so ein Mitglied des Branchenverbands, „seine Auto-Kompetenz und weltweite Vernetzung sind über jeglichen Zweifel erhaben.“
Bei einer Wahl Wiedekings in den VDA-Vorstand würde die VW-Fraktion erheblich an Gewicht gewinnen. Neben dem neuen VW-Konzernchef Martin Winterkorn gehört auch dessen Nachfolger an der Spitze der Premiumtochter Audi, Rupert Stadler, dem elitären Zirkel an. Überdies zählt MAN-Chef Hĺkan Samuelsson dazu. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will die Nutzfahrzeugsparte von MAN mit Scania und VW Nutzfahrzeuge verbinden.