Dearborn. Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford steuert mit seinem harten Sanierungskurs nach Milliardenverlusten wieder auf die Gewinnschwelle zu. Im dritten Quartal reduzierte der Konzern sein Minus überraschend deutlich von 5,2 Milliarden Dollar auf 380 Millionen Dollar. Der geplante Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover soll spätestens Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen.
"Unser Auftritt im dritten Quartal ist sehr ermutigend", sagte Ford-Chef Alan Mulally am Donnerstag in Dearborn (Michigan). In Europa fuhr Ford trotz sinkender Absatzzahlen einen Gewinn vor Steuern von 293 Millionen Dollar ein nach einem Vorjahresverlust von 13 Millionen Dollar. Der Europa-Umsatz stieg vor allem wegen des starken Euro um rund 14 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar. Der weltweite Konzernumsatz erhöhte sich im dritten Quartal ebenfalls durch Währungseffekte und neue Modelle von 37,1 auf 41,1 Milliarden Dollar (28,1 Mrd Euro). Ford verkaufte von Juli bis September 1,49 Millionen Wagen und damit rund 1,4 Prozent mehr.
Nach einem massiven Stellenabbau sieht sich der Konzern im Gesamtjahr über seinen Ergebniszielen: Trotz des lahmenden Nordamerika-Geschäfts soll im Jahr 2007 vor Steuern und Einmaleffekten höchstens ein kleines Minus anfallen oder sogar die Gewinnschwelle erreicht werden. "Das bisheriges Abschneiden in diesem Jahr beweist: Unser Plan funktioniert", sagte der Unternehmenschef.
Ford war im zweiten Quartal bereits kurz in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der neuerliche Verlust im dritten Quartal beruhte stark auf Einmalkosten vor allem durch Stellenstreichungen und Konzernumbau. Diese herausgerechnet betrug das Minus 24 Millionen Dollar im Vergleich zu 850 Millionen im Vorjahr.