Frankfurt/Main. Es wird eine andere IAA dieses Mal. Der Stempel des Klimasünders hat die sonst so auf ihre Technologien fixierte Autobranche unter Zugzwang gesetzt. Im Mittelpunkt der Autoausstellung in Frankfurt stehen Hybrid-Antriebe aus Verbrennungs- und Elektromotor und andere Öko-Technologien. Die Hersteller üben den Spagat zwischen "Fahrspaß" und "nachhaltiger Mobilität". Die Zeit des unbeschwerten PS-Feuerwerks ist vorbei, auch wenn es auch dieses Mal nicht an großen und schnellen Wagen fehlen wird.
Gerade für die deutsche Autoindustrie ist das Heimspiel IAA die Bühne für eine große Imagekampagne - nachdem in der Klimadebatte jahrelang das Feld japanischen Konkurrenten mit ihren Hybrid- Antrieben überlassen wurde und gerade die sogenannten Premium- Hersteller wie Mercedes, BMW, Audi oder Porsche Mühe haben werden, die EU-Vorgabe eines durchschnittlichen CO2-Ausstoßes von 120 Gramm pro Kilometer bis zum Jahr 2012 zu erreichen.
Auf dieser IAA zeigen nun auch die Deutschen Hybrid-Antriebe, die sie von 2009 an einführen wollen, und andere neue Motorentechnologien. Stellte zum Beispiel Mercedes vor zwei Jahren seine neue S-Klasse auf der IAA mit ordentlich PS unter der Haube vor, präsentiert es sie diesmal auch mit dem schadstoffärmeren Bluetec-Diesel und Hybrid-Antrieb. Opel bringt ein Elektroauto mit. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) - gleichzeitig auch IAA- Veranstalter - kündigt ein "Ideenfeuerwerk für sparsame Autos" an.
Für den neuen VDA-Chef Matthias Wissmann ist die Frankfurter Autoshow die erste große Bewährungsprobe, nachdem sein Vorgänger Bernd Gottschalk vor dem Hintergrund der Klimadiskussion aus dem Amt ausschied. Dazu können die deutschen Hersteller auch einen Konjunkturimpuls im Inland gut gebrauchen: Unter dem Eindruck der Klimadebatte und vor allem nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer sind die Absatzzahlen hierzulande alles andere als gut - nach acht Monaten liegen die Verkäufe um acht Prozent unter dem Stand des Vorjahres.