Dearborn. Nach Milliardeneinsparungen durch einen neuen Tarifvertrag hat der zweitgrößte US-Autokonzern Ford seine Pläne zum Bau einer Billig-Fabrik aufgegeben. Das neue Werk mit besonders niedrigen Kosten sei nun nicht mehr nötig, gab der Hersteller am Donnerstag in Dearborn (Michigan) bekannt. Sparen will Ford zudem durch einen weiteren Stellenabbau, der über Abfindungen für freiwillig ausscheidende Mitarbeiter erfolgen soll.
Ford hatte bereits bisher Zehntausende Jobs via Abfindungen gestrichen. Der Hersteller beschäftigt nach eigenen Angaben noch rund 250.000 Mitarbeiter in rund 100 Werken weltweit, unter anderem auch in Deutschland. Im Rahmen des neuen Tarifvertrages reduziert Ford seine Kosten vor allem durch halbierte Einstiegslöhne für bis zu ein Fünftel der Belegschaft und durch die Auslagerung der teueren Krankenversicherung für Betriebsrentner.
Die neue Billig-Fabrik wird auch hinfällig, weil Ford als Zugeständnis an die Gewerkschaft einige zur Schließung vorgesehene Werke nun doch weiter betreibt. Der Hersteller hat so ohnehin mehr Produktionskapazitäten, als er angesichts seiner Absatzprobleme benötigt. Der Bau des Niedrigkosten-Werks war für die USA, Kanada oder Mexiko vorgesehen gewesen. (dpa/gem)