Hannover. 56 Jahre ist Heinz-Gerhard Wente nun alt. Von der Kaufmannslehre bei der Continental AG, Hannover, über den Job als Marketing-Controller für die Tochtergesellschaft ContiTech bis hin zum Aufstieg in den Vorstand der 2004 von Continental akquirierten Phoenix AG hat er sein ganzes Berufsleben bei dem norddeutschen Zulieferkonzern verbracht. Dass derlei Karrieren in ein und demselben Unternehmen vielen jungen Menschen mittlerweile ein Gräuel sind, ficht ihn nicht an: "Ich bin eben bodenständig", sagt er, "auch mit der Bezeichnung ,solider Typ' habe ich kein Problem."
Schließlich wurde er ja auch bei Continental stets vor neue Herausforderungen gestellt. Etwa ein Auslandsprojekt in Brasilien oder die schwierige Rolle als "Moderator bei der Integration von Phoenix" (Wente) - inklusive Standortschließung.
Und seit Mai dieses Jahres fungiert der leidenschaftliche Jogger als Personalvorstand der Continental AG sowie als deren Arbeitsdirektor. Gute Kondition wird er brauchen, der Amtsnachfolger von Thomas Sattelberger, den es in gleicher Funktion zur Telekom zog. Im Zuge der Globalisierung drängt auch Continental über die deutschen Grenzen, in Indien und China werden neue Leute gesucht. Hierzulande muss Wente "mit VW oder Porsche um gute Ingenieure ringen".
Auf eine "gute Kommunikation zwischen Betriebsrat und Firmenleitung" legt Wente, der selbst keiner Gewerkschaft angehört, besonderen Wert. Probleme, etwa durch die weitere Verlagerung von Arbeitsumfängen nach Osteuropa, will der Mann aus Nettelrede nahe der Rattenfängerstadt Hameln "nicht eskalieren lassen", sondern "möglichst in den Fabriken selbst nach Lösungen suchen".
Für sportliche Aktivitäten wird Wente, der bei der Gartenarbeit gelegentlich gern selbst anpackt, "demnächst wohl nicht viel Zeit bleiben". Angesichts des aktuellen Arbeitspensums sind auch private Fernreisen zunächst tabu - allenfalls ein langes Wochenende, "gern an der Ostseeküste", ist drin.
Mit seiner fast 300 PS starken Premium-Limousine sind An- und Abreise recht zügig zu schaffen. "Ein Diesel", freut sich Wente, "schnell und doch wirtschaftlich."