Emden. Der neue VW-Chef Martin Winterkorn will die Produktionsstätten des Konzerns markenübergreifend auf höhere Flexibilität trimmen. Nach der Entscheidung, ab 2009 im belgischen VW-Werk Brüssel einen Kleinwagen von Audi zu produzieren, lässt er nun die VW-Fabrik Emden auf eine Montage für die Premiummarke Audi vorbereiten.
Wie Automobilwoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, wird in dem auf die Mittelklassebaureihe Passat (B6) spezialisierten Werk in Ostfriesland eine sogenannte „Flexi-Linie“ eingerichtet, auf der die Herstellung unterschiedlichster Fahrzeuge möglich ist, die auf der neuen „B-C-D“-Plattform basieren. Nach Informationen von VW-Insidern wird Emden damit zunächst für die Auftragsmontage des neuen Audi A4 gerüstet, um das an der Kapazitätsgrenze arbeitende Audi-Stammwerk Ingolstadt zu entlasten. Neben Fahrzeugen mit quer eingebauten Motoren können in Emden somit künftig auch Autos mit Längsmotor gebaut werden, wie sie Audi verwendet. Diese Flexibilisierung ermöglicht etwa bei der nächsten Passat-Generation (B7) die Rückkehr zu prestigeträchtigen Längsmotoren. Selbst die Montage eines gehobenen Modells der tschechischen VW-Marke Sˇkoda in Emden gilt intern nicht als ausgeschlossen.