Wolfsburg. Nach Restrukturierung und Personalabbau bei Volkswagen will der neue Konzernchef Martin Winterkorn Europas größten Autohersteller wieder auf Expansionskurs bringen. „Wir müssen weitermachen, gerade bei der Verbesserung unserer Produktivität“, forderte der Topmanager im Interview mit Automobilwoche. „Dafür brauchen wir Wachstum. Und Produkte, Produkte, Produkte.“
Ganz oben auf seiner Agenda stehe daher die Frage, „wie wir zu mehr Angeboten in den verschiedenen Fahrzeugklassen kommen können – und neue Märkte erschließen, auf denen wir noch nicht stark genug vertreten sind“. Trotz eines schwachen Heimatmarkts ist VW gut ins Jahr 2007 gestartet: Bis Ende Februar legten die Auslieferungen weltweit um 8,3 Prozent auf 862.000 Fahrzeuge zu. Schon 2006 war der Konzernabsatz um mehr als neun Prozent auf den Rekordwert von rund 5,7 Millionen Fahrzeugen gestiegen.
Weiteres Wachstumspotenzial sieht Winterkorn im Segment von Kleinwagen sowie in Boom-Regionen wie Indien und Russland. Bei der Produktoffensive setzt er vor allem auf die Kernmarke Volkswagen, „unser größtes Juwel“, und das tschechische Tochterunternehmen Skoda – als „Abfangjäger gegen die Koreaner“.
So hat Winterkorn erkannt, „dass der Marke VW ein Auto unterhalb des Fox fehlt, ein Volkswagen im besten Sinne des Wortes, kein Billigauto“. Mit Hochdruck arbeiten die Entwickler in Wolfsburg daher nun an einem neuen Pkw, „und zwar ausdrücklich auch für den deutschen Markt“ (Winterkorn). Der Marktstart soll 2009 erfolgen. „Beim Basispreis könnte die vierstellige Zahl hierzulande mit einer Sieben beginnen“, sagt Winterkorn. Mit einem Preis von weniger als 8000 Euro würde das Fahrzeug in die Preisregion des rumänischen Billigautos Dacia Logan von Renault vorstoßen.