München. Den etablierten Autoproduzenten werden sich in den nächsten Jahren außerhalb der weitgehend gesättigten Triade-Regionen weitere Wachstumschancen eröffnen - auf Schwellenmärkten wie Russland und China aber vor allem im Niedrigpreissegment. Auf die besonderen Anforderungen in der Wertschöpfungskette rund um Billigautos jedoch sind die meisten Unternehmen noch immer unzureichend vorbereitet. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Low Budget Cars" von Roland Berger, die Automobilwoche in Auszügen vorliegt.
In weltweit mehr als 80 Interviews mit Führungskräften von Pkw-Herstellern und wichtigen Zulieferern hatte ein Team um Berger-Berater Ralf Kalmbach seit März 2007 die bisherigen Erfahrungen im Bau betont preiswerter Autos wie der Logan-Typen von Renault/Dacia analysiert. Zudem konnten die Consultants aktuelle Pläne zum Ausbau vieler Low-Cost-Aktivitäten durchleuchten.
"Entgegen häufigen Zweifeln hat sich dabei gezeigt, dass Low-Cost-Fahrzeuge sehr wohl profitabel zu fertigen sind", so Kalmbach. "Allerdings müssen dazu von der Produktentstehung bis hin zum Vertrieb, womöglich gar über eine eigens aufgebaute Marke, alle Geschäftsprozesse konsequent auf Low-Budget getrimmt werden."
Anhand konkreter Fallbeispiele zeigt die Studie entsprechende Sparpotenziale in der Technik auf. Ein anderes Kapitel belegt die Notwendigkeit, Lieferanten für Niedrigpreis-Pkw möglichst dicht am Montagewerk anzusiedeln. Detailliertes Zahlenmaterial prognostiziert unter anderem die Absatzvolumen der Zukunft.
"Für europäische Anbieter sind Low-Cost-Cars zugleich Chance und Risiko", ist Kalmbach überzeugt. "Mit den richtigen Geschäftsmodellen allerdings überwiegen bei weitem die Chancen."
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