Stockdorf. Die Stärken des hoch angesehenen Produktionssystems von Toyota wollen sich auch andere Unternehmen zunutze machen. Ein Zulieferer, der die Prinzipien der Japaner konsequent umsetzen will, ist Webasto. Der Spezialist für Standheizungen und Dachsysteme führt das Toyota-Produktionssystem (TPS) seit 2005 schrittweise in allen Werken ein. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf den vier Standorten in Europa und den sechs Werken in den Vereinigten Staaten. Der Name: Webasto-Produktionssystem (WPS).
Einer der Kerngedanken: "Wir wollen unter anderem die sieben klassischen Verschwendungsarten eliminieren", erklärt Webasto-Vorstand Helmut Leube. Dazu zählt für die Stockdorfer neben Wartezeiten und langen Transportwegen vor allem das Thema Überproduktion. "Wir streben die Umsetzung des Just-in-time-/Just-in-sequenze-Prinzips an", so Leube.
Dazu wird für alle Produkte der "Kundenkontakt" berechnet. Daran ermisst sich der Zeitraum, in dem ein Produkt für den Kunden fertig hergestellt sein muss. Anschließend richtet das Unternehmen alle dafür notwendigen Prozesse daran aus.
Ein Element in diesem Ablauf ist der Einzelstückfluss und damit die einfachste Form der Pull-Steuerung (der Bedarf für einen Kundenauftrag wird durch die Produktion "gezogen"). "In unserem Werk in Portugal haben wir das Prinzip schon eingeführt. Alle Vormontageprozesse sind mit der Endmontagelinie direkt über einen Einzelstückfluss ohne Puffer verbunden", betont Vorstand Leube.