Seit im Jahr 2003 die United Auto Group, mittlerweile Penske Automotive Group (PAG), des US-Unternehmers Roger Penske bei Reisacher eingestiegen ist, kann der Allgäuer "ganz anders wachsen", sagt Reisacher, der selbst über praktische Erfahrungen im US-Autohandel verfügt. Zugleich legt er Wert auf die Feststellung: "Wir generieren unser Wachstum nicht durch Finanzspritzen von PAG, sondern aus unserem originären Geschäft."
Angesichts des Umbruchs im Autohandel sieht sich Reisacher als "ein aktiver Teilnehmer dieses Prozesses". Seine Strategie: "Die Konzentrationsphase mit wenig Ertrag durchhalten, um nach der Konsolidierung wieder viel Ertrag zu generieren." Denn dem Absolventen der Fachhochschule Geislingen "war immer klar, dass das Autogeschäft am Ende ein Geschäft der Großen sein wird".
Und die setzen mittlerweile alle auf mehrere Marken. Auch für Peter Reisacher steht deshalb fest: "Mittelfristig müssen wir zweigleisig fahren." Mit wem, weiß er genau: "Ganz klar Toyota." Denn über die Verbindung zu PAG-Chef Roger Penske, dem weltweit größten Toyota-Händler, "haben wir natürlich eine gute Beziehung zu dieser Marke", sagt der 38-jährige Memminger.
Entscheidungen über neue Standorte oder Marken stimmt Reisacher mit seinem amerikanischen Joint-Venture-Partner ab, doch "das müssen Sie sich total easy vorstellen", sagt er. Vieles laufe telefonisch, und "zwei- oder dreimal pro Jahr" treffe er sich, um persönlich mit Penske zu sprechen - über strategische Dinge, denn in das operative Geschäft ihrer Partner will die PAG nicht einsteigen.
Hinsichtlich der künftigen Beziehungen zwischen Autoherstellern und ihren Vertriebspartnern müsse sich einiges ändern, meint Reisacher, denn "da wird noch zu viel gegeneinander statt miteinander gearbeitet". In diesem Zusammenhang scheut sich der Unternehmer nicht, über alternative Formen der Zusammenarbeit nachzudenken, etwa in Richtung "Soft-Franchise". Ein Problem hätte er damit nicht. "Eigentlich ist der Prozessablauf in jedem BMW-Autohaus gleich, aber jeder Händler entwickelt etwas Eigenes. Warum kann man diese Prozesse nicht standardisieren? Dann wären sie besser zu steuern und man könnte Geld sparen. Wenn ich Vertriebsvorstand wäre", sinniert Reisacher weiter, "würde ich genau an diesem Thema arbeiten."