München. Eine Reduzierung der Kraftstoffkosten um rund 50 Prozent und rund ein Viertel weniger CO2-Emissionen sprechen eindeutig für ein Fahrzeug mit Erdgas-Antrieb. Doch der Bestand in Deutschland ist eher gering, nur 54.772 dieser umweltfreundlichen Autos registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt zu Beginn dieses Jahres. Der Hauptgrund ist das geringe Angebot an erdgasbetriebenen Modellen, die aufgrund ihres Fahrzeugskonzepts oft nur eine kleine Zielgruppe ansprechen. VW beispielsweise bietet nur die Familien-Mobile Caddy und Touran als CNG("Compressed Natural Gas")-Version an, die von einem Zweiliter-Vierzylindermotor angetrieben werden. Dessen 109 PS müssen im Falle des Touran mit 1,6 Tonnen Leergewicht kämpfen.
Abhilfe versprechen aufgeladene Motoren. Ein Touran EcoFuel mit TSI-Motor wurde bereits Ende letzten Jahres vorgestellt, verschwand dann aber in der Versenkung. "Wir prüfen derzeit einen Serieneinsatz, einen Termin für den Produktionsstart gibt es noch nicht", erklärt ein VW-Sprecher. Insider berichten jedoch von erheblichen thermischen Problemen im Erdgas-Betrieb. Bei Opel arbeitet man ebenfalls an aufgeladenen Aggregaten. Zu kaufen gibt es derzeit allerdings nur den Zafira 1.6 CNG - bereits in der zweiten Generation - und den Combo CNG. Ford bietet den C-Max und seit Neuestem den Focus mit Erdgas-Antrieb an. Damit haben nur die Kölner einen Kompaktwagen mit dieser Technik im Programm. Als einzige Importeure können Citroën (Berlingo und C3), Peugeot (Partner) und Fiat (Panda, Punto, Multipla, Doblo) Erdgas-Pkw liefern. Allen gemein ist jedoch, dass sich nach einer Fahrleistung von rund 19.000 Kilometern die um 3000 bis 5000 Euro höheren Anschaffungskosten amortisiert haben.