Köln. Am 16. Juni fällt der Startschuss für den neuen Ford Mondeo. Das Mittelklassemodell soll die mit dem S-Max erfolgreich begonnene Neuausrichtung der Marke fortführen. Punktet der Mondeo bei den Kunden, schließt Ford-Werke-Chef Bernhard Mattes die Wiedereinführung der dritten Schicht im Werk Genk nicht aus: "Nach zwei kommt drei, doch jetzt müssen wir das Modell erst einmal erfolgreich in den Markt einführen" - was zunächst in Europa geschieht.
Wie der S-Max hat auch der Mondeo das Interesse der Konzernmutter in den USA geweckt, was eine Erhöhung der Kapazitäten am belgischen Standort unumgänglich machen würde. Im Rahmen der Restrukturierung von Ford of Europe wurden 2003 in Genk 3000 Stellen abgebaut - rund ein Drittel der Belegschaft. Seither ist das Werk eines der produktivsten in Europa. Derzeit laufen dort Mondeo, S-Max und Galaxy vom Band, die sich eine Plattform teilen.
Laut Mattes hat Ford of Europe derzeit weniger den Export in die USA ("Unsere Technologien stoßen dort auf Interesse") als vielmehr die Expansion in Osteuropa im Blick. Speziell in Russland, wo Ford 2006 die Verkäufe um über 100 Prozent auf rund 125.000 Einheiten steigern konnte, sieht das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial. "Daher interessieren wir uns für das Ex-Daewoo-Werk in Rumänien", bestätigt Mattes.
Das Werk in St. Petersburg, in dem der Ford Focus vom Band läuft, sei ausgelastet. Zudem rechnet Ford auch in anderen osteuropäischen Märkten mit erheblichen Steigerungsraten - ein Grund dafür, weshalb sich Mattes bei der Prognose für das Jahresergebnis 2007 zuversichtlich zeigt: "Ford Europa kann den letztjährigen Überschuss von 469 Millionen Dollar übertreffen."