Stuttgart. Wenn ein Autohersteller den so einfallsreichen wie einträglichen Ausbau der Modellpalette beherrscht, dann Porsche. Vom klassischen Carrera-Coupé mit Heckantrieb über die Allrad-Version 4S Targa bis hin zum Rennwagen GT3 RS mit Straßenzulassung bringen es die Schwaben bei ihrer Evergreen-Reihe 911 jetzt bereits auf 13 verschiedene Typen. Mit dem Turbo Cabriolet und dem neuen GT2 werden es schon bald 15 sein.
Die offene Ausführung des 480 PS starken Topmodells mit Biturbo-Aufladung und variabler Turbinengeometrie rollt am 8. September in den Handel. "Viele Vorbestellungen liegen uns aber schon seit Monaten vor", sagt York-Alexander Dunger, Neuwagenverkäufer im Porsche-Zentrum Hamburg. "Insbesondere die hohe Alltagstauglichkeit" der aktuellen Elfer-Reihe (Werkscode 997) und die "Aussicht auf ein in nur 20 Sekunden öffnendes Stoffverdeck" hätten die Vorfreude auf den 2+2-sitzigen Open-Air-Allradler gehoben. Dunger: "Unter den Kunden sind einige, die einen F430 Spider von Ferrari oder die Frischluft-Variante des Lamborghini Gallardo fahren und zur Abwechslung deutsche Wertarbeit suchen."
Da kann Porsche helfen: Mit Cabrio-spezifischen Verstärkungen der Turbo-Karosserie und einem automatisch ausfahrenden Überrollbügel erfülle der Oben-ohne-911 "alle in den weltweiten Vertriebsmärkten gültigen gesetzlichen Anforderungen an die passive Sicherheit". Trotz des Mehrgewichts von 70 Kilogramm im Vergleich zum Turbo Coupé (1585 Kilo) beschleunigt das mindestens 150.862 Euro teure Top-Cabriolet in nur vier Sekunden von null auf hundert und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 310 km/h.
Noch flotter wird der GT2 mit 530 PS ausfallen, die heckgetriebene Sportausführung des geschlossenen Turbo, die im November eingeführt wird. Lediglich 3,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 320 km/h kündigen Insider des Porsche-Entwicklungszentrums Weissach hinter vorgehaltener Hand für den Zweisitzer mit dem markanten Heckflügel an - und technische Sonderlösungen wie eine betont leichte Abgasanlage aus Titan, die hilft, das GT2-Leergewicht bei 1,4 Tonnen zu halten.
Doch Titan ist nicht nur hochfest und korrosionsbeständig, sondern überdies ein teures Metall. Für den scharfgemachten Elfer werden rund 200.000 Euro fällig. Ein GT2 Cabrio ist nicht geplant. Wohl aber Direkteinspritzung und neue Getriebe für alle 911-Modelle - der Ausbau geht weiter.