Hannover. Verhalten zufrieden sind die Mitglieder des Gesamtverbands Autoteile-Handel (GVA) mit dem Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen des Jahres. Nach einer aktuellen Umfrage ihres Verbands verzeichneten 64 Prozent der im GVA organisierten Unternehmen in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus, 19 Prozent registrierten rückläufige Erlöse. Dennoch rechnen 68 Prozent der GVA-Mitglieder, die sich Ende Oktober zu ihrem Jahreskongress in Hannover trafen, für 2007 insgesamt mit einem Umsatzwachstum. Allerdings zeigen sich die Teilehersteller optimistischer als die Handelsunternehmen.
Wie andere Marktteilnehmer spüren auch die GVA-Mitglieder den starken Wettbewerb im Kfz-Servicemarkt. Die freien Anbieter halten derzeit einen Anteil von etwa 50 Prozent am Reparaturgeschäft. Mit Pkw- und Nutzfahrzeugteilen werden in Deutschland jährlich insgesamt etwa 23 Milliarden Euro umgesetzt. Davon entfallen nach einer Studie der Kölner Unternehmensberatung BBE im Pkw-Bereich auf Ersatz- und Verschleißteile, Reifen, Zubehör und Autochemie im Jahr 2007 rund 18,9 Milliarden Euro (plus 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Auch 2007 kann sich der freie Teilehandel, der traditionell auf Kooperationen setzt, als Distributionsweg für diesen Markt behaupten. Dabei profitiert er davon, dass die Grenzen zwischen den freien Werkstätten - der traditionellen Klientel des freien Teilehandels - und den markengebundenen Servicebetrieben fließender werden.
Zudem zahle sich aus, dass die GVA-Unternehmen "mehr als nur Lieferanten von Teilen sind", sagte Joachim Zentes, Marketingprofessor der Universität des Saarlandes, der in Hannover über innovative Konzepte für den Großhandel referierte. Im Bereich der sogenannten vertikalen Kooperationen - Beispiele hierfür sind Verbundgruppen wie Temot, Carat oder Centro, die ihre Kunden über angeschlossene Werkstattkonzepte an den liefernden Großhändler binden - sei der Kfz-Teilehandel "Benchmark", sagte Zentes. "Das entdecken viele andere Branchen erst."