Wolfsburg. Er ist Physiker und kein Kapitän. Doch wenn Reiner Mangold, 45, auf Volkswagen Individual zu sprechen kommt und auf das Binnenverhältnis von kleinem Autoveredler und großem VW-Konzern, dann wählt er gern maritime Begriffe: "Wir sind gewissermaßen ein Schnellboot auf Geleitfahrt für den Tanker VW", erklärt der Geschäftsführer des "Haus-Tuners" von Europas absatzstärkstem Fahrzeughersteller.
"Vom gemeinsamen Heimathafen Wolfsburg aus" (Mangold) will der Qualitätsexperte und Ex-Assistent des Audi-Entwicklungschefs Michael Dick mit seinem "flexiblen und schlagkräftigen Team" von gut 300 Mitarbeitern die weltweite Expansion von VW gezielt unterstützen. "Wir übernehmen Produktionsumfänge, die für die Großserienkonzepte bei VW schlicht zu klein wären", so Mangold. Als Richtwert für VW Individual gilt dabei eine geplante Stückzahl von rund 5000, bei Bestsellern wie dem VW Golf aber auch bis zu 10.000 Fahrzeugen.
Es sind vor allem breite Felgen, wuchtige Anbauteile und eine Vielzahl sportlich-luxuriöser Ausstattungsoptionen für das Interieur, mit denen VW Individual Volumenmodelle wie Passat und Touareg auf Exklusivität trimmt. Hinzu kommen Leistungskuren für die Motoren der unter dem Label "R" vermarkteten Top-Typen.
Der Touareg R50 etwa, im Oktober auf der Australian International Motor Show in Sydney präsentiert, wird mit 21-Zoll-Rädern und Reifen im 295er-Format sowie mit Nappaleder-Sportsitzen ausgeliefert. Für den Passat R36 mit 300 PS, dessen Anlauf auf Februar 2008 verschoben wurde, kündigt Mangold "Fahrleistungen auf dem Niveau von Sportwagen" an.