München. Das Autohaus Niedermair&Reich in München hat zum 1. August den Hyundai-Vertrieb eingestellt. Man habe sich "einvernehmlich" getrennt, teilte Geschäftsführer Anton Reich mit. Den Service für Hyundai-Modelle wird man weiterhin anbieten.
Niedermair&Reich hatte Hyundai als dritte Marke neben Ford und Mazda seit September 2005 im Vertriebsportfolio. Bereits im Sommer 2006 hatte Reich eingeräumt, man habe die Marke "schon etwas überschätzt". Denn nach einem durchaus erfolgreichen Start ließ der Kundenandrang spürbar nach: Während im Gesamtjahr 2006 insgesamt gut 150 Fahrzeuge verkauft wurden, fanden in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres nur noch etwa 40 Hyundai-Modelle einen Abnehmer.
Ob man das koreanische Fabrikat nun durch eine andere Marke ersetzen wird, ließ Reich offen. Es gebe zwar genügend Interessenten, für die er den Vertrieb in München übernehmen könne, doch die Aufnahme einer neuen Marke müsse wohlüberlegt sein - in finanzieller Hinsicht ebenso wie mit Blick auf das Image. "Man kann eine Marke nicht wie ein Hemd wechseln", so der Geschäftsführer.
Wer den Hyundai-Vertrieb im Stadtgebiet München übernehmen wird, ist noch offen, man führe derzeit aber intensive Gespräche, teilt der Importeur mit. Mit den verbliebenen zehn Vertriebspartnern im Raum München strebe man einen Marktanteil von zwei Prozent an.
Hyundai Motor Deutschland gehört zur Emil-Frey-Gruppe. 2006 wurden 53.000 Neufahrzeuge zugelassen (Marktanteil laut KBA: 1,5 Prozent) und 770 Millionen Euro umgesetzt. Der Importeur mit Sitz in Neckarsulm arbeitet bundesweit mit rund 460 Vertragshändlern und gut 50 Servicepartnern zusammen.