Berlin/Leverkusen. Das Autojahr 2007 war eines der ungewöhnlichsten der jüngeren Geschichte. Selten haben es so viele Themen auf die Tagesordnung geschafft, wurden Autofahrer, Hersteller und Händler mit so vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Die CO2-Debatte steht ebenso für das Jahr 2007 wie die andauernde Verkaufsflaute oder der langsam einsetzende Umdenkprozess der Hersteller im Verhältnis zu Motorleistung und Umwelt. Pech haben diejenigen, die sich mit dem Jahreswechsel am liebsten auch von diesen Themen verabschieden würden - viele Debatten werden sich 2008 fortsetzen, weitere kommen womöglich hinzu. Aber neue Modelle gibt es immerhin auch.
In einem normalen Autojahr wäre eine Veranstaltung wie die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main der Höhepunkt gewesen. Im Jahr 2007 war sie nichts anderes als der Versuch einer Antwort auf die vielen Themen und Fragen, die das Jahr im Bereich Straßenverkehr aufgeworfen hat. "Manche meinten schon spöttisch, dass die IAA zu einer neuen Art Grüner Woche geworden war", sagt Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin. Denn während so mancher Konzernlenker zu Jahresbeginn wohl noch davon geträumt hatte, mit neuen Sportwagen oder bärenstarken SUVs für Aufsehen zu sorgen, war man im September gezwungen, dem Angebot einen einigermaßen umweltfreundlichen Anstrich zu geben.
Das Ergebnis empfanden nicht wenige Betrachter als zwiespältig: "Es war schon eine Art von Schizophrenie, in der die Autoindustrie gefangen war", so Lottsiepen. Einerseits versuchte man Zukunftsideen und mehr oder weniger Seriennahes für den zurückhaltenden Umgang mit Kraftstoff und niedrige Emissionen zu präsentieren. Auf der anderen Seite aber waren da auch die eigentlich geplanten Messe-Highlights wie ein RS6 als "stärkster Serien-Audi aller Zeiten", die irgendwie ihren Platz auf den Messeständen finden mussten.
Doch es war nicht allein der Spagat zwischen Umwelt und Leistung, der die Autowelt in den vergangenen zwölf Monaten prägte. Hinzu kam das Problem, dass weder intensiveres Bemühen um umweltfreundliche Fahrzeuge noch ein Nachschlag in Sachen Leistung die Autokäufer in die Verkaufspaläste zogen. Dort saßen vielmehr die Verkäufer nicht selten eher tatenlos herum und studierten die monatlichen Hiobsbotschaften über weiter sinkende Zahlen bei den Neuzulassung.