Stuttgart. Der Flitzer wirkt appetitlich, Liebe geht durch den Wagen. Unter dem Foto eines tomatenroten Cayman in heißer Kurvenfahrt stellen die Porsche-Texter zwei kühle Fragen: "Kein bisschen interessiert?" Und: "Macht Sie nicht an?" Die nächste Zeile ist zum Lachen: "Na dann weiterhin viel Spaß beim Töpfern."
Der Mann, der die humorvolle Werbung jüngst freigegeben hat, heißt Klaus Berning und fungiert seit November 2006 als Vertriebs- und Marketingvorstand beim Sportwagenhersteller Porsche. "Wie Sie sehen", stellt sich der stattliche Herr im ersten Interview mit dieser Zeitung schmunzelnd vor, "bin ich Hobby-Koch aus Leidenschaft." Am heimischen Herd kommt der frühere BMW-Manager "noch besser als auf dem Golfplatz" herunter vom hohen Drehzahlniveau eines langen Arbeitstags. Viele Töpfe auf dem Feuer hat Berning auch in seinem Ludwigsburger Büro. Als Amtsnachfolger des langjährigen Chefverkäufers Hans Riedel muss er in den Auslagen der Porsche-Zentren etwa den Geländewagen Cayenne frisch halten, dessen Neuauflage manche Nörgler als zweiten Aufguss abtun. Und längst schmeckt Berning das Grundrezept des Panamera ab sowie die aufpreispflichtigen Verfeinerungen für das 2009 anlaufende Coupé. Schließlich soll der vierte Gang des Porsche-Menüs den Geschmacksnerv von jährlich 20.000 Genießern treffen.