Brüssel. "Good thinking, good products" prangt an grossen Wänden im Toyota Technical Centre im belgischen Zaventem nahe Brüssel. Um diesem Anspruch und dem guten Ruf der Produkte auch künftig gerecht zu werden, haben die Japaner rund 75 Millionen Euro in die Erweiterung des Entwicklungszentrums gesteckt. Mit dieser Investition soll auch sichergestellt werden, dass die in Europa produzierten Modelle stärker auf die Bedürfnisse der europäischen Kunden abgestimmt werden können. Darüber hinaus wurden zusätzlich zu den bisherigen 380 Mitarbeitern 200 Ingenieure eingestellt.
Toyota forciert die Entwicklung in Europa
Vor allem die Entwicklung von Dieselmotoren soll in Brüssel forciert werden. "Für Toyota ist ein 1,4-Liter-Motor mit rund 100 PS in Planung, aber auch Selbstzünder mit mehr als vier Zylindern sind durchaus möglich -- für Lexus beispielsweise", verriet ein Ingenieur am Rande der Einweihungsfeierlichkeiten. Bei grossvolumigen Dieselmotoren sei aber so schnell nicht mit konkreten Produktneuheiten zu rechnen: "Bei Toyota schaut man sich vieles zunächst sehr lange an, bevor man tätig wird", so der Ingenieur.
Die drei ausschliesslich für Dieselaggregate bestimmten Leistungsprüfstände im Technical Centre sind auf maximal 280 Kilowatt ausgelegt. Drei weitere Testkammern können problemlos installiert werden. Benzinmotoren und Hybrid-Technologien werden dagegen wie die fünf Konzern-Plattformen weiter aus Japan kommen. "Der so genannte Upper-Body für Europa-spezifische Modelle kann komplett hier in Belgien entwickelt werden", erklärt Tjark Kreuzinger, Sicherheitsingenieur bei Toyota Motor Europe (TME).
Bei der Konzeption neuer Modelle für europäische Märkte will Kazuhiko Miyadera, Vizepräsident der R&D-Gruppe von TME, "künftig verstärkt mit europäischen Zulieferern zusammenarbeiten". Derzeit sind 289 Lieferanten für TME tätig. Das jährliche Gesamtauftragsvolumen für diese Unternehmen liegt bei 4,5 Milliarden Euro.