Prag. Die tschechische VW-Tochter Skoda wird ihre Modellpalette um einen kompakten Geländewagen in der Art der SUV-Studie "Yeti" ergänzen. "Das Management hat sich jetzt endgültig dafür entschieden", gab der Skoda-Vorstandsvorsitzende Detlef Wittig im Gespräch mit Automobilwoche bekannt. Da die Ingenieure um Entwicklungschef Harald Ludanek nach dem jüngst erfolgten Design Freeze nur rund 30 Monate bis zum Serienanlauf benötigen, ist mit der Markteinführung des auf Fabia- und Octavia-Komponenten basierenden Yeti bereits im Frühjahr 2009 zu rechnen.
Wittig sagt Ja zum "Yeti"
Neu kalkulieren muss Skoda das Projekt eines technisch entfeinerten und somit betont preisgünstigen Fabia für den Wachstumsmarkt Indien. Weil der Fiskus auf dem Subkontinent nun eine so genannte Excise Duty erhebt -- die Strafsteuer betrifft hubraumstarke und mehr als vier Meter lange Fahrzeuge -- kommt die 4,23 Meter messende Stufenheckausführung des aktuellen Fabia I nicht mehr in Betracht. Wittig lässt nun die Wirtschaftlichkeit eines abgespeckten Fabia II prüfen, dessen kürzeste Ausführung auf 3,99 Meter ausgelegt ist.
Spekulationen um den anstehenden Abbau von 2800 Arbeitsplätzen bei Skoda wies Wittig zurück: "Das ist Quatsch." Allerdings sei es "nach 15 Jahren des stetigen Aufbaus" -- Volkswagen war 1991 bei Skoda eingestiegen -- an der Zeit, administrative Unternehmensbereiche etwa auf Doppelarbeit zu untersuchen. Wittig: "Alte Zöpfe werden wir abschneiden."
Da Wittigs Vertrag als Skoda-Chef, nach tschechischem Recht auf drei Jahre limitiert, im September 2007 ausläuft und das Mitglied des VW-Markenvorstands dann 65 ist, wird sich der VW-Konzern bald mit der Nachfolge beschäftigen. Als ein Kandidat gilt Wittigs Ex-Vize Winfried Vahland.