Genf. Ford ist auf dem deutschen Automarkt bisher eher durch hohe Incentives und Rabattaktionen aufgefallen denn durch neue Modelle. Das hat sich auf dem Genfer Automobilsalon mit einem Schlag geändert. Mit dem Galaxy, dem S-Max und dem Focus Coupé-Cabriolet enthüllte Ford gleich drei Weltpremieren -- und läutete damit das Ende der hohen Inzahlungnahmeprämien ein. "Wie jedes Marketing-Konzept ist auch diese Idee einmal ausgereizt", sagt Jürgen Stackmann, Direktor für Marketing und Verkauf der Kölner Ford-Werke. Je eher, desto besser, denn ein Ford-Vertriebsmann bestätigt, dass "diese Aktion nicht unbedingt die Marke stärkt".
Ford zielt auf Mercedes- und BMW-Kunden
Am 20. Mai kommen zunächst die beiden Grossraumlimousinen in den Handel, für die sich im ersten vollen Verkaufsjahr 2007 zusammen rund 20.000 Interessenten finden sollen. Der mindestens 26.350 Euro teure Galaxy übernimmt die Rolle des Full-Size-Vans, der nicht nur Platz für Fahrer und sechs Passagiere bietet, sondern auch über einen entsprechend grossen Gepäckraum verfügt. Als Klientel werden die Fahrer des Vorgängermodells anvisiert.
Der sportlich positionierte S-Max richtet sich dagegen an die Kunden eines BMW Dreier oder einer Mercedes C-Klasse, die "auf der Suche nach einer neuen Idee sind", erklärt Stackmann. Daher rechnet Ford mit einem Fremdkundenanteil von 60 Prozent. Der Grundpreis für den fünfsitzigen S-Max liegt bei 24.625 Euro, zwei Zusatzsitze kosten 775 Euro Aufpreis. Sowohl der S-Max als auch der Galaxy können noch bis 27. Mai mit einem 900 Euro teuren Schnellstarterpaket geordert werden. Dieses beinhaltet ein Audiosystem, eine Einparkhilfe sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und bietet einen Preisvorteil von 610 Euro.
Als Motorisierungen stehen jeweils ein Vierzylinder-Benziner mit 145 PS sowie zwei Diesel-Motorisierungen (130 und 140 PS) zur Wahl. Darüber hinaus bekommt der Galaxy einen Einstiegs-Diesel mit 100 PS und der S-Max als Top-Motorisierung den 220 PS starken Fünfzylinder-Turbomotor aus dem Focus ST. Eine ST-Variante des S-Max ist ebenfalls angedacht, denn laut Stackmann soll die Sport-Linie "weiter ausgebaut werden". Dort könnte eine rund 260 PS starke Ausbaustufe des Fünfzylinders zum Einsatz kommen, die auch in den kommenden Mondeo ST passen würde.
Für das Focus Coupé-Cabriolet kommt ein solches Modell nicht infrage, da es "ein Nischenfahrzeug in einem Nischensegment wäre", sagt Stackmann, mithin wäre das Volumen zu klein. Der Verkaufsdirektor sieht für den bei Pininfarina gebauten Focus mit zweigeteiltem, faltbarem Stahldach einen Anteil von neun Prozent im Modellmix der Baureihe vor. Zum Marktstart im Herbst stehen Benzinmotoren mit 100 und 145 PS sowie ein Diesel, der 136 PS leistet, zur Wahl. Der Viersitzer bietet laut Ford ein Kofferraumvolumen von über 500 Litern.
Für Stackmann stellen die drei Neuheiten "den Anfang einer Produktoffensive" dar, die 2007 mit dem neuen Mondeo fortgesetzt wird. Das neue Mittelklassemodell feiert voraussichtlich ebenfalls in Genf Premiere -- jedoch erst 2007.