Frankfurt/Main. Sein Büro erinnert an eine Besenkammer. Bestenfalls. In jedem Winkel lagern Kartons, auf dem Schreibtisch formieren sich Aktengebirge. In deren Tälern sammelt sich Mineralwasser zu kleinen Seen - mit Inseln aus Kekskrümeln. "Entschuldigen Sie bitte die Unordnung", sagt ein freundlich lächelnder Herr im schwarzen Sakko, während er sich mit ein paar hektischen Handgriffen als Raumpfleger versucht, "aber ich bin gerade mitten in der Konzeption."
So also arbeitet Klaus E. Küster, der Inhaber der gleichnamigen Werbeagentur GmbH mit Sitz im Frankfurter Stadtteil Rödelheim. "Ich schätze das kreative Chaos", sagt Küster, "und die wirklich wichtigen Sachen habe ich bisher noch immer auf Anhieb wiedergefunden." Wirklich wichtig - das sind ihm vor allem die Belange des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche, für den das Team Küster seit 1994 als internationale Lead-Agentur die Werbung gestaltet. Ob Hochglanzbroschüren rund um den Zweisitzer Boxster zur Auslage in deutschen Porsche-Zentren oder Image-Filme über das geräumige Geländefahrzeug Cayenne für die Erschließung des wachsenden russischen Markts: "Mit dem Großkunden Porsche bewegen wir uns permanent am Drehzahllimit", sagt Küster.
Als habe er sich jetzt selbst bei einer allzu profanen Phrase ertappt, schiebt Küster die Erklärung sofort hinterher. "Verglichen mit Großserienherstellern sind die Schwaben noch immer ein kleines Unternehmen." Bei Porsche seien "die Dienstwege kurz, auch im Ressort Vertrieb und Marketing", das bis vor Kurzem Küsters "alter Freund" Hans Riedel führte. Wie von den Reifen- oder Öl-Lieferanten verlange der Autoproduzent auch von seinem Werbungs-Zulieferer "streng durchgetaktete Prozesse und On-time-Delivery ohne jede Ausnahme". Seine 36 festen Mitarbeiter beschreibt Küster denn auch salopp als "ziemlich nass geschwitzte Typen". Gewiss, der Etat von Porsche bringe neben "gutem Geld" großes Prestige. "Aber bei uns geht es um Arbeit, nicht um Glamour." Auch er als Chef, erzählt Küster, feile oft bis in die Nacht an schmissigen Slogans und flehe bisweilen um Hilfe: "Herr, wirf schnell Ideen vom Himmel."