Dearborn. Insgesamt 38.000 amerikanische Ford-Arbeiter haben Angebote zum Frühruhestand und über Abfindungszahlungen des zweitgrößten US-Autokonzerns akzeptiert. Ford hatte zu Jahresbeginn 83.000 von der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW vertretene US-Arbeiter, für die die Angebote galten. Ford wolle im Rahmen des als "Vorwärtsplan" deklarierten Restrukturierungsprogramms die Produktionskapazitäten der Nachfrage anpassen, betonte Konzernchef Alan Mulally am Mittwoch in Dearborn. Die Mitarbeiter würden zwischen Januar und September nächsten Jahres ausscheiden. Ford-Aktien zogen am Mittwoch um1,6 Prozent auf 8,28 Dollar an.
Ford will im Rahmen der neuen Restrukturierung seiner unter Milliardenverlusten leidenden nordamerikanischen Autosparte bis zu 16 Fabriken schließen. Ford hatte in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Verlust von sieben Milliarden Dollar verbucht. Die roten Zahlen fielen vor allem deswegen an, weil der Verkauf
lukrativer Geländewagen und Pickups wegen der höheren Treibstoffpreise stark gefallen war.
Ford leidet auch unter dem scharfen Wettbewerb mit Toyota und anderen Anbietern aus Fernost sowie unter US-Preiskriegen. Toyota ist inzwischen Nummer zwei im globalen Automarkt und hat zum Angriff auf den Spitzenreiter General Motors angesetzt. Ford hat auch mit Jaguar erhebliche Probleme. Ford hatte vor wenigen Tagen fast sämtliche amerikanischen Fabriken und Vermögenswerte als Sicherheit zur Verfügung stellen müssen, um sich 18 Milliarden Dollar an Finanzierungsmitteln für die Restrukturierung in Nordamerika und für andere Zwecke zu beschaffen.
30.000 der insgesamt 38.000 Arbeiter hatten die Frühruhestands- und Abfindungsofferten von bis zu 140.000 Dollar akzeptiert. 8000 Beschäftigte hatten bereits von früheren Angeboten Gebrauch gemacht. Von den 38.000 Arbeitern gehörten 6000 zu den 23 Standorten, die Ford von seiner früheren Autoteile-Sparte Visteon zurückgenommen hatte. Diese Betriebe will Ford verkaufen oder schließen. Ford reduziert auch die Zahl seiner US-Angestellten um 10.000.
General Motors hat ein ähnliches Restrukturierungsprogramm und
will damit ebenfalls die Kosten drastisch senken. (dpa/at)