Wolfsburg. Die Hängepartie um den Ausstieg von Markenvorstand Wolfgang Bernhard bei VW blockiert wichtige Personalplanungen des designierten Volkswagen-Konzernchefs Martin Winterkorn. „In Bernhard brodelt es gewaltig“, berichtet ein Vertrauter aus der Unternehmenszentrale. Seit ihn der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch mit der Entmachtung von Noch-VW-Lenker Bernd Pischetsrieder „kalt erwischt“ habe, sei für Bernhard „klar, dass er uns bald verlässt“. Daher ringe man nun intern um die „Konditionen eines Aufhebungsvertrags“.
Neben einer millionenschweren Abfindung und Pensionszahlungen hofft Bernhard vor allem auf die Entschärfung einer Wettbewerbsklausel, die seinen Wechsel zu einem direkten Konkurrenten um bis zu zwei Jahre verzögern könnte. „Nach einem Umstieg wäre Bernhard für VW mindestens bis 2012 ein höchst gefährlicher Mann“, sagt ein Wolfsburger Insider. „Schließlich hat er sämtliche Produkt- und Fertigungsstrategien bis in die Details verinnerlicht.“
Andererseits sei VW in der „Pokerpartie mit Bernhard“ an einer raschen Entscheidung interessiert, da sich anstehende personelle Änderungen auf Führungsebene sonst erheblich verzögern könnten. So soll der künftige VW-Chef Winterkorn erwägen, Audi-Topmanager Jochem Heizmann mit der auf VW-Konzernebene neu zu schaffenden Position des Produktionsvorstands zu betrauen. Als Heizmanns Nachfolger in der Funktion des Audi-Produktionschefs wird Jürgen Lunemann gehandelt, Leiter des Werks Neckarsulm.
Für Audi-Technikchef Ulrich Hackenberg, den Winterkorn gern als Entwicklungsvorstand des VW-Konzerns mit nach Wolfsburg nehmen würde, ist Michael Dick im Gespräch, der bei Audi die Gesamtfahrzeugentwicklung steuert.