Nizza. Für Toyota nimmt das Fahrzeugdesign neben Produktqualität und schlanker Produktion einen immer höheren Stellenwert ein. Dafür gestatten die Japaner ihren Designern Freiheiten, die kaum mit der auf Effizienz ausgelegten Konzernphilosophie vereinbar sind. "Bei uns herrscht eher das kreative Chaos statt Kaizen", sagt Laurent Bouzige, verantwortlicher Designer für das Konzeptauto Endo.
Platz zur individuellen Entfaltung gibt es für die 35 Angestellten im bei Nizza gelegenen europäischen Designzentrum ED2 genug: Die 6000 Quadratmeter umfassenden Arbeitsräume verteilen sich auf einem 40.000 Quadratmeter großen Areal. Hier entstanden unter anderem der neue Toyota Auris und der Lexus GS. Beide Entwürfe konnten sich gegen die Vorschläge aus Japan und den USA durchsetzen. Aha-Effekte überlassen die Japaner jedoch weiterhin der Konkurrenz.
Auch wenn der Auris über einen mutig gestylten Innenraum verfügt, gibt sich die Karosserie weit weniger extrovertiert als die des Honda Civic. Der innovative Endo wird nicht zur Serienreife entwickelt, und auch Lexus bleibt seiner eher konservativen Ausrichtung treu. Ein neues Crossover-Fahrzeug beispielsweise wird es laut Tokuo Fukuichi, Präsident des ED2, "nicht vor 2015 geben".