Cadiz. Aufgrund der starken Nachfrage für das neue Topmodell der Baureihe 911 (Typ 997), den Turbo mit 480 PS, setzt sich die Porsche AG ehrgeizigere Absatzziele. "Im kommenden Geschäftsjahr dürften wir weltweit bis zu 6000 Turbos verkaufen, denn der Auftragseingang ist schon jetzt überwältigend", erklärte Vertriebsvorstand Hans Riedel bei der Fahrvorstellung des ab 24. Juni lieferbaren Viersitzers im spanischen Cadiz.
Porsche macht Tempo
Über den gesamten Lebenszyklus des Sportwagens hofft Riedel nun "jährlich bis zu 4000 Turbo-Einheiten" absetzen zu können -- bisher war intern von rund 3500 die Rede. "Unsere Lieferquoten für den Turbo sind bereits bis weit in das Jahr 2007 ausgereizt", heisst es im Porsche-Zentrum Hamburg. "Mit einer gewissen Umschichtung der Produktion innerhalb unserer Baureihe 997", hofft Riedel, "werden wir die ärgsten Auftragsspitzen mildern können." Für das laufende Geschäftsjahr, das bei Porsche am 31. Juli endet, ist der Manager zuversichtlich, "mit dem Gesamtverkauf ein bisschen an der 100.000er-Marke zu kratzen". 2004/2005 hatte der Konzern insgesamt 88.379 Autos ausgeliefert.
Bei der Einordnung der Turbo-Absatzzahlen mag sich Riedel einen Seitenhieb auf den Erzkonkurrenten Ferrari nicht versagen: "5500 Fahrzeuge, die wir vom Vorgänger des Typs 996 im Spitzenjahr verkauft haben", seien "mehr als der gesamte Jahresabsatz unseres italienischen Wettbewerbers". Lamborghini, Maserati und Ferrari betrachtet Porsche auch ansonsten bevorzugt im Rückspiegel: Mit Rundenzeiten von deutlich unter acht Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings, so Riedel, schlage das allradgetriebene Turbo Coupé "sämtliche Sportwagen aus der Region südlich der Alpen -- ausgesprochene Exoten einmal ausgenommen".
Das durchschnittliche Alter der Turbo-Käufer beziffert Riedel, bei Porsche auch für das Marketing zuständig, auf 48 Jahre. Das seien immerhin "acht bis zehn Lebensjahre weniger als bei den Topmodellen von Mercedes-Benz". Um auch bei besonders sportiven Turbo-Interessenten Kaufimpulse auszulösen, soll Porsche eine Cabrio-Version sowie ein leistungsgesteigertes Derivat namens GT2 vorbereiten. Riedel dazu: "Kein Kommentar."