Bietigheim-Bissingen. Und ob, bekräftigt Siegmund Rudigier, auch Damen kaufen sich bisweilen einen dieser recht wuchtigen Kugelschreiber von Porsche Design, bei denen die eigentümliche Wicklung der Metallband-Griffflächen an Auto-Abgasanlagen erinnern soll. Und die Tabakpfeife P'3612, die zum Preis von 295 Euro Kühlrippen in der Art eines Pkw-Zylinders bietet, hat der President und CEO der Porsche Design Group ebenfalls schon in zarter Frauenhand ausgemacht. "Tendenziell allerdings", sagt Rudigier, "ist unsere Marke klar auf den Mann ausgerichtet."
Accessoires für sportive Automobilisten
Dem Geschäft der Schwaben hat diese Fokussierung bisher keineswegs geschadet. Rund 95 Millionen Euro konnte die Tochtergesellschaft des renommierten Sportwagenherstellers im vergangenen Geschäftsjahr weltweit umsetzen, und auch mit dem Lebensart-Label verfolgt Konzernchef Wendelin Wiedeking ehrgeizige Ziele: "Mittelfristig wollen wir unseren Umsatz mit exklusiven Design-Produkten -- von Lederwaren und Accessoires bis hin zu luxuriösen Herrenuhren und Brillen -- verdoppeln."
Eine zentrale Rolle kommt dabei laut Rudigier "in den nächsten drei bis fünf Jahren" der Ausweitung des Handelssortiments zu. So wird Porsche Design Anfang 2007 in Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Adidas erstmals eine Kollektion von Lauf-, Golf- und Tennisschuhen auf den Markt bringen. Der "Running Shoe" in Schwarz und Silber etwa, den bevorzugten Farbtönen von Porsche Design, soll mit "vollnarbigem Leder" und einer speziellen "Ventilationsperforation" den Fuss seines Trägers zieren.
Bewegungslustige Porsche-Fahrer sollen überdies künftig auch mit exklusiven Sportgeräten wie dem neuen Golf-Putter und einem Tennis-Racket von den wichtigsten Markenwerten überzeugt werden: "Technik und Funktionalität stehen bei uns zweifellos an oberster Stelle", sagt Rudigier.
Dieses Gestaltungsprinzip gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit dem Küchenfabrikanten Poggenpohl, dem Porsche Design bei der Entwicklung von Hightech-Zubehör rund um das Garen und Grillen vertraut. "Es sind oft wir Männer", weiss Rudigier, "die sich die teuersten Küchen leisten."
Ihm selbst ist nur das Beste gut genug, wenn die Suche nach einem zusätzlichen Verkaufsstandort ansteht. Aktuell ist das in München der Fall, "wo wir auf eine Eins-a-Lage in ummittelbarer Nachbarschaft von Luxusmarken wie Dior und Louis Vuitton hoffen".
Neben den eigenen Porsche Design Stores, wie sie die Markenartikler aus Bietigheim-Bissingen etwa am vornehmen Neuen Wall in Hamburg betreiben, dürfen nur wenige Franchise-Partner und Fachhändler die Nobel-Produkte vertreiben. "Exklusivität ist ein hohes Gut", so Rudigier. Dennoch will er rasch "weisse Flecken" von der Weltkarte tilgen. Moskau und Las Vegas hat der Porsche Design-Chef schon fest im Blick -- und den Kampf gegen Markenpiraten. Die Luxusuhr "Indicator" etwa ist laut Rudigier "als Fälschung bereits in vierter Auflage" für eine Hand voll Dollar zu haben. Für das Original stellt Porsche Design immerhin 110.000 Euro in Rechnung.