Köln. Seit dem 20. Mai fährt Henri in Deutschland Ford. Ford S-Max. Nein, nicht Firmengründer Henry Ford, sondern Henri, 39, sportlicher Familienvater mit einem Einkommen von 65.000 Euro. So haben die Ford-Marketingstrategen den Zielkunden für den neuen Sportvan definiert. Und Henris gibt es offenbar viele. Bis Ende November konnte Ford immerhin 8400 S-Max verkaufen – mehr als Volvo von den Kombi-Modellen V50 und V70 absetzen konnte.
Die Händler waren zunächst jedoch hin- und hergerissen. Einerseits habe man bei der Premiere „so viele Kunden mit einem Audi oder BMW auf den Hof fahren sehen wie noch nie“, jubelte ein süddeutscher Ford-Händler. Andererseits war bei der als Doppelpremiere angekündigten Einführungsveranstaltung vom Plattform-Bruder Galaxy fast nichts zu sehen – was die Stammkundschaft des Siebensitzers verprellte.
Die solvente S-Max-Klientel dagegen gab ihre deutschen Premiumprodukte gleich beim Ford-Händler in Zahlung – die Eroberungsrate liegt derzeit bei über 50 Prozent. Gern geordert werden auch die hochwertigen Ausstattungen, weshalb Ford nachträglich edle Individual-Ausstattungspakete in die Preisliste einfließen ließ.
Aber auch Posten wie 20-Zoll-Räder oder Spoilerpakete sind beim S-Max stark nachgefragt. „In diesem Segment sind die Kunden bereit, in die Individualisierung ihres Wagens zu investieren“, sagt Jürgen Stackmann, Direktor für Marketing und Vertrieb bei den Ford-Werken. „Der S-Max hat sehr viele sportliche Stilelemente“, erklärt Nick Margetts, Geschäftsführer des Automobil-Marktforschers Jato Dynamics. Der Opel Zafira stütze sich dagegen eher auf konservative Werte. Laut Margetts spricht der S-Max mit seinem Gesamtkonzept, das nicht auf maximalen Platz ausgelegt ist, exakt jene Käufer an, denen bisherige Vans ein Gefühl von „Altwerden“ vermittelt haben.
Auch technisch überzeugt der S-Max, was die Auszeichnung als „Car of the Year“ belegt. Genau in diesem Punkt lag bisher das Ford-Dilemma. Vor allem mit ihren Fahrwerken gelten die Kölner spätestens seit dem ersten Focus als Messlatte in der Industrie, an der Verpackung und an der Vermarktung haperte es jedoch – bis jetzt.