München. Der Ford S-Max wurde von einer Jury aus europäischen Fachjournalisten zum Auto des Jahres gekürt - eine Auszeichnung, die in der Vergangenheit nicht unbedingt ein gutes Omen für den wirtschaftlichen Erfolg der Sieger darstellte. Die Mehrzahl der Fahrzeuge, die mit der 1963 ins Leben gerufenen Trophäe ausgezeichnet wurden, scheiterten im Markt. So blieb der im vergangenen Jahr gekürte Renault Clio weit hinter den Verkaufserwartungen zurück. Auch der 2005 ausgezeichnete Toyota Prius verkauft sich in Europa nur in homöopathischen Dosen. Dieser Preisträger erinnert eher an den legendär gefloppten NSU Ro 80, der 1968 "Car of the Year" wurde.
Der Ford S-Max wird sich voraussichtlich nicht in die Reihe der Flops eingliedern, schließlich verkaufte sich die sportliche Großraumlimousine seit ihrer Einführung im Mai bis einschließlich Oktober in Deutschland knapp 6500-mal. Mehr als die Hälfte der Kunden konnte Ford der Konkurrenz abspenstig machen. Ob man den Gewinn der Auszeichnung für Marketing-Aktionen nutzen will, darüber möchte sich Ford noch nicht äußern.
",Car of the Year' ist im Prinzip ein Klassiker", sagt Dieter Dahlhoff, Marketing-Professor an der Universität Kassel, "doch der Preis wird nicht richtig unterstützt und promotet." Dahlhoff sieht die Auszeichnung für Ford deshalb eher als "Kann-Element" und für die Kunden als "nicht kaufentscheidend". Als Grund führt Dahlhoff die "Inflation der Auszeichnungen" an. Ohne öffentlichkeitswirksame Unterstützung durch die Partnermedien des Preises, in Deutschland das Magazin "Stern", verschwinden möglicherweise nicht nur die Preisträger wie der Ro 80 in der Versenkung, sondern bald auch die Trophäe.