Als General Motors-Großaktionär Kirk Kerkorian Renault-Nissan als Partner für sein angeschlagenes Investment ins Spiel brachte, konnte man von Carlos Ghosn, dem erfolgsverwöhnten Kopf der französisch-japanischen Autoallianz, eigentlich nur eine schnelle und brüske Ablehnung erwarten. Doch Ghosn überraschte nahezu alle Branchenkenner und zeigte sich zu Gesprächen mit GM bereit.
Auf den zweiten Blick erscheint die Reaktion dann doch nicht mehr so überraschend. Ghosn, "Le Cost-Killer", hat zwar bei Nissan einen erstaunlichen Turnaround hingelegt. Doch der japanische Riese, Nummer zwei hinter Toyota, steht noch immer auf tönernen Füssen. Mit Ausnahme der USA und Japan ist Nissan überall schwach. In Europa floppte in den vergangenen Jahren nahezu jedes neue Modell. Die Qualität sackte dabei auf das niedrige Renault-Niveau. Dabei hatten Renault-Händler gehofft, mit der Allianz würde Nissan-Qualität in ihre Showrooms einziehen. Leider kam es umgekehrt.