Köln. Ford-Werke-Chef Bernhard Mattes hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Prozesse in Vertrieb und Handel zu beschleunigen. "Wir müssen die Schnittstellen zwischen Handel und dem Hersteller entschlacken und vereinfachen, damit sich die Autoverkäufer und Servicemitarbeiter wieder intensiver mit den Kunden und dem Markt auseinandersetzen können", erklärte Mattes im Gespräch mit Automobilwoche. Bis zum Sommer sollen erste Ergebnisse vorliegen.
Mattes entschlackt die Vertriebsprozesse
Händler beklagen seit längerem die hohe Komplexität der Ford-Verkaufsprogramme, aber auch die schleppende Auszahlung etwa von Boni und Prämien, die im Extremfall bis zu zwei Jahre dauern könne. Einige Betriebe hatten deshalb 2004 angeblich Aussenstände in sechsstelliger Höhe.
Für Mattes sind dies Einzelfälle. "Der Handel beklagt sich aber zu Recht, dass unsere Zusammenarbeit teilweise zu komplex ist. Unsere Aufgabe ist es, dem Handel das Geschäft so einfach wie möglich zu machen." So wird jene Arbeitsgruppe nun zusammen mit ausgesuchten Händlern sämtliche Prozesse nach der Six-Sigma-Methode analysieren und bis zum Ende des zweiten Quartals Empfehlungen erarbeiten.
Nach Erhebungen von Creditreform meldeten allein in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 16 Ford-Betriebe Insolvenz an, darunter mit Ford Richter in Kassel, Vollmer&Sack in Karlsruhe sowie Heister in Trier auch drei grosse Gruppen. "Die durchschnittlichen Renditen unserer Partner fallen in vielen Fällen zu gering aus", räumt Mattes ein, ohne Details zu nennen. In Händlerkreisen ist von einer Rendite "knapp über null" die Rede. Fast alle Lücken, die durch die Insolvenzen in das Ford-Vertriebsnetz gerissen wurden, seien aber mittlerweile wieder gefüllt. Mattes: "Das zeigt mir, dass Ford weiterhin ein interessanter Partner für Handelsunternehmer ist."