München. Die deutschen Autohändler reagieren mit Rabattaktionen auf die Feinstaub-Debatte der vergangenen Wochen. "Sauber. Clever. Gratis", wirbt etwa die Mercedes-Benz-Niederlassung München. Dort wird Kunden bis zum 30. Juni der Russpartikelfilter als "Bonus" angepriesen -- im Wert von bis zu 700 Euro.
Ford hingegen macht aus der Not eine Tugend: Da der Kölner Hersteller bislang nur die Dieselmotoren mit 1,6 und zwei Liter Hubraum mit Partikelfilter anbietet und die Dieselförderung ausgelaufen ist, versuchen die Händler, ihren Käufern nun benzingetriebene Modelle schmackhaft zu machen. "Ford hat ein Gebrauchtwagen-Überzahlungsprogramm, das sich nur auf Benziner bezieht", erläutert Händlersprecher Volker Reichstein.
Verlangen die Kunden ein Auto mit Ottomotor und geben einen Gebrauchten in Zahlung, erhalten sie einen Extra-Rabatt von bis zu 6.000 Euro. Die Masche kommt an: Wie Reichstein berichtet, haben sich die Verkaufs- und Auftragszahlen bei Ford "deutlich hin zu den Benziner-Modellen verschoben". Die Ford-Handelsgruppe Niedermeier&Reich in München überlegt, bei Diesel-Neukunden, die ein Fahrzeug ohne Filter gekauft haben, die Nachrüstung eines Filters finanziell zu fördern oder die Kosten dafür komplett zu übernehmen.
Audi hat bislang kein nachlassendes Interesse von Privatkunden an Dieselfahrzeugen festgestellt, heisst es aus dem Vertrieb. Allerdings muss der Audi-Kunde im Schnitt rund fünf Wochen länger warten, wenn er sein Auto mit Filter wünscht. Hingegen gibt es bei BMW "keinen Unterschied bei den Lieferfristen", sagt Klaus Meyer vom Autohaus Senne bei Bielefeld. Allerdings sei deutlich zu spüren, "dass Privatkunden den Kauf eines Diesels zurückstellen, weil sie nicht wissen, ob es eine steuerliche Förderung für den Russfilter geben wird".
Die Verfügbarkeit von Autos mit Filtern sei bei Mercedes-Benz "kein Problem", so ein Sprecher, entsprechende Kontingente seien frühzeitig geordert worden. Kunden der A-Klasse, für die es den Filter ab Sommer gibt, erhalten eine Gutschrift für die Nachrüstung.