Köln. Ford ist nach den Worten von Produktionschef John Fleming derzeit der einzige Volumenhersteller in Europa, der nicht unter Überkapazitäten leidet. "Nach vier Jahren harter Anpassungsarbeit haben wir heute die Grösse, die wir brauchen", zeigte sich der 53-jährige Brite im Gespräch mit Automobilwoche stolz auf das Erreichte. Im abgelaufenen Jahr seien in den sechs Werken Köln, Saarlouis, Valencia und Genk sowie im türkischen Kocaeli und im russischen St. Petersburg insgesamt 1,72 Millionen Fahrzeuge produziert und auf 19 Märkten weltweit fast bis zur letzten Einheit abgesetzt worden. Fleming: "Wir kamen damit auf eine Auslastung von annähernd 100 Przent."
Damit einher ging eine massive Verbesserung des Betriebsergebnisses: Nach einem Verlust von 1,1 Milliarden Dollar 2003 kam Ford of Europe im vergangenen Jahr -- auch infolge eines Abbaus von gut 7.000 Arbeitsplätzen -- auf einen Vorsteuergewinn von 111 Millionen Euro.
Trotz des guten Starts des neuen Focus -- seit der Markteinführung im Herbst vergangenen Jahres wurden europaweit über 50.000 Kaufverträge für den Kompaktwagen unterzeichnet -- und obwohl es in der Einführungsphase des Schwestermodells C-Max zu Lieferengpässen gekommen war denkt Ford nach den Worten von Fleming selbst bei einem anhaltenden Erfolg der in Saarlouis und Valencia produzierten Modelle nicht an einen Ausbau der Kapazitäten. Dabei ist mit einer Tagesproduktion von 1.850 Autos in Saarlouis und 1.000 Autos in Valencia hier wie da die so genannte Kammlinie bereits erreicht. Um die Kundenaufträge zügig abarbeiten zu können, wurden mit dem Betriebsrat in Saarlouis inzwischen fünf Sonderschichten vereinbart.