Köln. Durch ihre Hybrid-Modelle haben es die Japaner geschafft, sich als Öko-Hersteller zu positionieren.
Anfang September musste Markus Schrick, Geschäftsführer und Vice President der Toyota Deutschland GmbH, noch im Konjunktiv reden: "So ein flotter neuer Lexus LS mit einem flotten neuen Hybrid-Motor wäre ja auch was Feines." Gut sechs Wochen später feierte eben jene Oberklasse-Limousine auf der Tokyo Motor Show Premiere. Derzeit noch als Studie betitelt, stellt der LF-Sh die Spitze im Hybrid-Reigen der Japaner dar.
Wenn die Serienversion auf der New York Auto Show im April debütiert, hat Toyota zusammen mit der Tochtermarke Lexus 18 Hybrid-Fahrzeuge in der globalen Modellpalette. In Zeiten hoher Treibstoffkosten und steigender Luftverschmutzung ein nicht zu unterschätzender Image-Vorsprung, auch in Deutschland. Hier zu Lande gelten die Autos von Toyota nun nicht mehr nur als besonders zuverlässig, der Marke wird auch eine Vorreiterrolle bei umweltfreundlichen Antrieben zugesprochen.
Dabei ist Toyota nicht der einzige Hersteller, der in Deutschland Hybride anbietet -- Honda beispielsweise hat den Civic IMA im Programm. Auch sind die Verkaufszahlen des Prius und des Lexus RX 400h eher bescheiden: Während der kompakte Fünftürer in diesem Jahr auf 3.000 Einheiten kommt, werden sich für das Nobel-SUV gerade 500 Käufer finden lassen. Weltweit sieht es besser aus, konnten doch die Japaner bis Ende Oktober 513.000 Fahrzeuge mit Hybrid-Technologie verkaufen. Schrick hält deshalb an dem Konzept fest: "Wir werden das weiter ausbauen." Im zweiten Quartal wird der Lexus GS 450h das Angebot erweitern.
Die Diesel-Palette wird ebenfalls kontinuierlich erweitert, wenngleich Schrick glaubt, dass "Hybrid die Chance hat, einen Teil vom Diesel zu übernehmen". Mit dem Lexus IS 220d rollt gerade der erste Selbstzünder des Luxus-Ablegers zu den Händlern. Nicht zuletzt deshalb dürfte es Toyota in Deutschland gelingen, 2006 die gleiche Steigerung wie 2005 zu erzielen -- trotz einer geringeren Modellvielfalt, da einige Van- und Sportmodelle nicht mehr angeboten werden. In diesem Jahr liegt das Wachstum mit 135.000 verkauften Autos bei rund 6,3 Prozent.
Im kommenden Jahr werden auch die beiden neuen Volumenmodelle Yaris und RAV4 auf Kundenfang gehen, von denen keine Hybrid-Versionen in Sicht sind, wohl aber moderne Diesel-Triebwerke.