Wolfsburg. Volkswagen-Vorstand Wolfgang Bernhard bereitet eine "Neuausrichtung der Technischen Entwicklung und der Projektorganisation" vor. Erste Details seiner Umbaupläne stellte der Chef der Markengruppe VW kürzlich Führungskräften in Wolfsburg vor.
Als die wichtigsten Ziele seiner Managementreform nannte Bernhard dabei die "Schaffung von Produktlinien" sowie eine "konsequente Prozessoptimierung". Der Wirtschaftsingenieur erhofft sich zudem eine striktere Einhaltung von Zielkostenvorgaben für neue Automodelle und nachhaltige Spareffekte zur Stärkung der Rendite. "Produktergebnis und Budgetverantwortung", schreibt der VW-Markenchef in einer Vorstandsvorlage, liegen künftig "in einer Hand". Somit habe "die Geschäftsführung einer Fahrzeugklasse gesamtheitlich" den Erfolg der jeweiligen Projekte zu verantworten. Eine ähnliche Matrix mit vertikalen und horizontalen Berichtsstrukturen führt DaimlerChrysler-Entwicklungschef Thomas Weber derzeit bei Mercedes-Benz ein, Bernhards früherem Arbeitgeber.
Wie Automobilwoche erfuhr, stehen bei VW die neuen Zuständigkeiten teilweise bereits fest. So soll Hans-Joachim Rothenpieler, bisher Entwicklungsleiter Gesamtfahrzeug, künftig die neue "Produktlinie E1" koordinieren. Dazu zählt neben den Plattformen für Fahrzeuge der Polo- und Golf-Klasse auch das geplante 3-K-Auto ("Kreativ/Kompetent/Kostenbewusst"), das VW zu Herstellkosten von umgerechnet lediglich 3.000 Euro ab 2008 in Brasilien und China bauen lassen will. Die "Produktlinie E2" (unter anderem Cabriolets, MPVs und grosse SUVs) soll Eckhard Scholz leiten, derzeit noch Entwicklungsleiter Aufbau.
Die VW-Plattformstrategie will Bernhard ausbauen: "Experten-Themen (etwa Fahrzeugsicherheit, Betriebsfestigkeit) und grosse Modulthemen (wie Sitze, Klimatisierung) werden übergreifend in jeweils einer Produktlinie bearbeitet."