München/Köln. Die Vorwürfe deutscher Autohersteller, dass die beim Avensis Diesel eingesetzte Abgasreinigung D-Cat nicht für die versprochenen Emissionswerte sorge und Haltbarkeitsprobleme habe, weist Toyota Deutschland zurück. Der verwendete Denox-Speicherkatalysator werde schon seit 1992 in Toyota-Benzinmotoren eingesetzt. "Zwischenzeitlich nutzen auch deutsche Hersteller die Technologie -- offensichtlich problemlos", so ein Sprecher.
Der Einführung des Avensis D-Cat sei 2002 ein Feldversuch mit 60 Fahrzeugen in verschiedenen europäischen Ländern vorausgegangen, "um die Emissionen unter tatsächlichen Betriebsbedingungen zu erfassen". Das Ergebnis sei "eindeutig positiv" gewesen im Hinblick auf "drastische Senkung des Partikelausstosses und der NOx-Emissionen, die deutlich unterhalb der Euro-4-Grenzwerte liegen, auch unter Berücksichtigung der Dauerhaltbarkeitskriterien".
Zugleich erklärt Toyota mit Verweis auf eine neue Dieselbaureihe, dass das System "kontinuierlich weiterentwickelt" werde. Gemeint ist der im Sommer auf den Markt kommende D-4D-Clean-Power-Vierzylinder mit 180 PS. Der kann laut "Toyota-Magazin" durch Motormanagement die Ladung des Speicherkatalysators regenerieren: "So bleibt die Reinigungskraft auf hohem Niveau erhalten."
Anders sieht das der Vorsitzende der Geschäftsführung eines Toyota-Zulieferers, der von einer "üblen Gefechtslage" spricht. Die Abgasprobleme des D-Cat-Motors seien bekannt, die Japaner seit Monaten "in heller Verzweiflung", weil die Abgasreinigung nur bedingt funktioniere. Der Motor habe "ein Haltbarkeitsproblem chemischer Art". Im Unterschied zu den Messungen von FEV Motorentechnik haben die eigenen Tests des Zulieferers ergeben, "dass nach 20.000 bis 40.000 Kilometern nicht mal mehr die Euro-4-NOx-Abgaswerte erreicht werden".
BMW-Entwicklungschef Burkhard Göschel ist generell skeptisch: "Ohne Harnstoffbeigabe sehe ich keinen Diesel mit NOx-Reduzierung die Grenzwerte jenseits von 2007 stabil einhalten." Das könne nur die im Lkw-Bereich erfolgreiche katalytische Nachbehandlung der Abgase mit Harnstoff als Reduktionsmittel, die so genannte SCR-Technik.